Mit exp. 1: Das Gerippe der Welt eröffnet die 11. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst am 6. September 2019 im Erdgeschoss eines Eckturms auf dem ExRotaprint-Gelände in Berlin-Wedding einen temporären Raum. Vom 7. September bis zum 9. November 2019 findet ein erstes Programm mit über 25 Beiträgen und verschiedenen Formaten statt. Die 11. Berlin Biennale wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

„Wie schutzlos setzen wir uns der Welt aus? Das Gerippe der Welt ist ein Versuch, an der komplexen Schönheit des Lebens festzuhalten, auch wenn das Feuer bereits entflammt ist. Wir sind nicht von den Ruinen fasziniert, sondern versuchen zu verstehen, was aus dem Schutthaufen erwächst. Das ist eine Möglichkeit, mit dem umzugehen und das zu betrachten, was uns heute bewegt. Die Ausstellung ist ein Setting, eine Übung, sich einander auszusetzen; ein Ort, um den Geschichten zu lauschen, die uns formen, die wir einander erzählt haben und denen, die noch nicht erzählt wurden. Sie ist ein offener Raum für die vielfältigen Erfahrungen, die wir mit uns bringen, aber auch für diejenigen, die in diesem Moment außerhalb unserer Komfortzonen gemacht werden.

Os Ossos do Mundo [Das Gerippe der Welt] ist auch der Name eines Reiseberichts, den der brasilianische Künstler Flávio de Carvalho (1899–1973) während seiner Zeit in Europa Mitte der 1930er-Jahre verfasste. Dieser liest sich heute wie eine Art umgekehrte Ethnografie der Alten Welt. Das Gerippe der Welt ist für uns ein Ausgangspunkt, eine Initialzündung, die sich der rauen Beschaffenheit der Zeit und ihrer gebrochenen Versprechen bewusst ist. Gleichzeitig ist es eine freudige Anerkennung des Lebens, inmitten und trotz der allgemeinen Zerrissenheit um uns herum und gegen sie. Von hier aus starten wir.“ (María Berríos, Renata Cervetto, Lisette Lagnado und Agustín Pérez Rubio)

Die Kurator*innen der 11. Berlin Biennale stellen sich die kommende Ausgabe als eine Folge gelebter Erfahrungen vor, die sich prozesshaft entwickelt. Mit exp. 1, exp. 2 und exp. 3unternehmen sie zwischen September 2019 und Mai 2020 den Versuch, von Künstler*innen und Projekten zu lernen und nachhaltige Beziehungen in der Stadt Berlin aufzubauen. Der Ausgangspunkt ist die unmittelbare Umgebung von ExRotaprint in Berlin-Wedding. Nichts ist vollständig, alles kann sich bewegen und verändern. Ab Juni 2020 bringt die 11. Berlin Biennale diese Erfahrungen an mehreren Ausstellungsorten in der Stadt zusammen.

Mit Arbeiten und Beiträgen von Marwa Arsanios, Felix Brüggemann, Flávio de Carvalho, Léo Corrêa, Die Remise (Ali Akyol, Jacqueline Aslan, Stefan Bast, Muriel Biedrzycki, Julia Brunner, Fatma Cakmak, Stefan Endewardt, Tobi Euler, Melina Gerstemann, Ay?e Güleç, Juanita Kellner, Angelika Levi, Carmen Mörsch, Shanti Suki Osman, Ayse Preissing, Markus Schega, Miriam Schickler, Aylin Turgay und Schüler*innen der Nürtingen-Grundschule und der Heinrich-Zille-Grundschule, mit Çiçek Bac?k, Aïcha Diallo, Kotti-Shop, Annika Niemann), Feministische Gesundheitsrecherchegruppe (Inga Zimprich/Julia Bonn), Andrés Fernández, Florian Gass, Till Gathmann, Mauricio Gatti, Eiko Grimberg, Sheroanawe Hakihiiwe, Âlut Kangermio, Mapa Teatro, Virginia de Medeiros, Marcelo Moreschi, Museo de la Solidaridad Salvador Allende, Mirja Reuter, Teatro da Vertigem, Teo, Cecilia Vicuña, Osías Yanov und anderen.

Der Ort der 11. Berlin Biennale bei ExRotaprint – ein Mieterprojekt initiiert von Künstler*innen zur Verbindung von Arbeit, Kunst und Sozialem – dient als Möglichkeitsraum für unterschiedliche Erfahrungen. Hier finden Ausstellungen, längerfristige Projekte und Workshops von Künstler*innen, Aktivierungen künstlerischer und pädagogischer Archive, Performances, Vorträge, Lesungen, Atelieraufenthalte und andere ortsspezifische Interventionen statt.


Öffnungszeiten: 
Donnerstag - Samstag: 14:00 - 19:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: 11.berlinbiennale.de