Simone Letto malt klare, trennscharfe Räume. Sie öffnet die Bühne für eine Welt, die scheint, als wäre sie bebilderte Geschichtenerzählerei. Nur: Es gibt keine Geschichte, zumindest keine verbindliche. Alle gemalten Akteure, seien sie Personal oder Raum, bleiben ohne Sprache, rätselhaft distanziert und im selben Augenblick vollkommen vertraut. Der Kopf des Betrachtenden fühlt sich erinnert, die inhaltliche Nahrung muss aus dem eigenen Picturetrack des Lebens kommen.
Sebastian Böhm, 2019

(…)Simone Lettos Bilder sind inneren Erfahrungen gewidmet, die sie an kleinen, übersehenen Beobachtungen festmacht, im Hier und Jetzt einer umfassend verstädterten Welt des Artifiziellen. Existenzgefühl wird in einer lyrisch strengen Form gefasst. Es sind Bilder vom Pulsieren des Lebendigen, von seinem Ausgeliefertsein an das Werden und Vergehen, von der Schönheit, aber auch Flüchtigkeit der Existenz. Kleine Huldigungen an den Augenblick, an die ruhig verstreichende Zeit, an ein Tun, das nicht nach Ergebnissen oder Zielen fragt. Es sind Gegenbilder in einer Zeit, die geprägt ist von der stetigen Verschnellerung der Lebensabläufe und dem Diktat des Wachstums. Simone Letto hält malend inne … und fragt nach dem Wert der kleinen Dinge.
Thomas Brandt, Düsseldorf, 2011