Die Städtische Galerie Dresden hat mit der großzügigen Unterstützung öffentlicher und privater Stiftungen ein umfangreiches Konvolut an Kunstwerken auf Papier aus der ehemaligen Sammlung Friedrich Bienert erwerben können. Die bedeutenden Werke aus den 1910er und 1920er Jahren spiegeln wichtige Entwicklungen der Kunst in Dresden. Sie bilden jetzt einen zentralen Bestand zur Klassischen Moderne innerhalb der grafischen Sammlung. Einige der Kunstwerke können als Meilensteine der Kunstgeschichte Dresdens gelten. Die Städtischen Sammlungen haben durch die Aktion „Entartete Kunst“ sowie durch Kriegsverluste nahezu ihren gesamten Bestand an progressiver, expressionistischer Kunst der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts verloren. Zu den Verlusten gehören Hauptwerke von Otto Dix, George Grosz, den Künstlern der „Brücke“ sowie der Dresdner Sezession - Gruppe 1919. Lediglich zwei Kunstwerke der als „entartet“ beschlagnahmten Teile der Sammlung ein Aquarell von Christoph Voll und das Gemälde „Der Sonnenaufgang“, ein Frühwerk von Otto Dix konnten seit Neugründung der Städtischen Galerie Dresden für die Öffentlichkeit zurückerworben werden.

Die jetzt möglich gewordene Erwerbung aus der Sammlung Bienert stellt einen glücklichen Umstand für die grafische Sammlung des städtischen Kunstmuseums dar. Dadurch entsteht ein neuer für Dresden relevanter Sammlungsschwerpunkt im Bereich der Klassischen Moderne und darüber hinaus kompensiert die Erwerbung zu einem winzigen Teil, die enormen Verluste der Stadt durch die nationalsozialistische Beschlagnahmeaktion „Entartete Kunst“.

Die Arbeiten geben zudem Zeugnis von der bedeutenden Förder-ung der zeitgenössischen Kunst in Dresden durch private Sammler und Förderer. Die Sammlung der Familie Bienert gehörte einst zu den wichtigsten bürgerlichen Kollektionen moderner Kunst in Dresden. Anhand dieses Ausschnitts der ehemaligen Sammlung Bienert offenbart sich ein Stück Kulturgeschichte der Stadt Dresden.

Die Werke:
Bei der „Sezessionsmappe“ handelt es um die einzige gemeinsame Edition der Künstler der Dresdner Sezession Gruppe 1919. Nur zwei weitere Exemplare der Mappe sind bekannt in der grafischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart und im Kupferstich-Kabinett Dresden, wobei das Dresdner Exemplar nicht vollständig erhalten ist. Die Mappe enthält neben den genannten Werken einen manifestartigen Text von Will Grohmann.

Mit der „Zirkus-Mappe“ von Otto Dix gehört ein weiteres wesentliches Werk zu dem erworbenen Konvolut. Die 1922 entstandene Folge von Radierungen war eine der letzten in Dresden entstandenen Arbeiten vor der Übersiedlung des Künstlers nach Düsseldorf im Herbst 1922. Bienerts Erwerb der Mappe belegt seine enge Verbindung zu Otto Dix. Von der Hand Conrad Felixmüllers stammt eine Gruppe von 13 farbigen Zeichnungen aus der Zeit um 1917/18, welche seine Formexperimente auf diesem Weg sowie seine damalige Auseinandersetzung mit literarischen und Zeit- Themen anschaulich zeigt. Sein Holzschnitt "Mann und Frau" (1917) ist ein bedeutendes Werk des Expressionismus und seiner Provenienz nach

Die Ausstellung:
Mit der Sonderausstellung „Aus der Sammlung Friedrich Bienert -Neuerwerbungen für die grafische Sammlung“, welche am 16. August 2019 im Projektraum "Neue Galerie" eröffnet, stellen wir alle erworbenen Kunstwerke der Öffentlichkeit vor. Teile des Konvolutes sind in der zeitgleich präsentierten Ausstellung „Signal zum Aufbruch!“ zu sehen, darunter die Grafikmappe der Dresdner Sezession Gruppe 1919, die als Abschluss der Schau in unserer ständigen Ausstellung präsentiert wird.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Donnerstag: 10:00 - 18:00 Uhr
Freitag: 10:00 - 19:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: galerie-dresden.de

Blick in die Ausstellung Foto: Museen der Stadt Dresden, Franz Zadnicek
16.08. - 22.09.2019

Aus der Sammlung Friedrich Bienert - Neuerwerbungen für die grafische Sammlung

Städtische Galerie Dresden

Wilsdruffer Straße 2
01067 Dresden