„Guten Abend, Girls und Boys, hier begrüßt Sie der Thersites vom Lützowplatz. Das Ungeheuer von Loch Neuss" (Wolfgang Neuss, „Das letzte Gerücht“ im DOMIZIL, 1963)

Ob Wolfgang Neuss sich hätte vorstellen können, dass man ihm ein Denkmal errichten wollte? Hätte er das gut gefunden? Eher nicht. Und wie könnte ein solches aussehen? Dieser Frage geht eine vom Berliner Künstler Jan Muche initiierte Ausstellung in der Studiogalerie vom Haus am Lützowplatz auf unterschiedlichste Art und Weise nach. Ein fiktiver Skulpturenwettbewerb also, in dem 33 Künstlerinnen und Künstler ohne genauere Vorgaben versuchen Wolfgang Neuss als Person, seinem Werk und seinem Witz nahe zu kommen.

Wolfgang Neuss, geboren 1923 in Breslau und 1989, also vor 30 Jahren, in Berlin verstorben, war wohl einer der individuellsten und prägendsten Akteure der Nachkriegszeit. Sein Humor, seine schräge sprachliche Brillanz, sein wacher Geist und sein konsequent unopportunes Verhalten müssten ihn eigentlich zu einer unvergessenen Figur gemacht haben. Umso erstaunlicher ist es, dass er heute nur noch wenigen ein Begriff ist. Viele der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler kannten Neuss kaum und mussten sich erst langsam in Filme, Texte und Tondokumente einsehen, lesen und hören.


Wolfgang Neuss war seit 1962 Mitglied im „Haus am Lützowplatz  – Fördererkreis Kulturzentrum Berlin e.V.“ und hatte im DOMIZIL im Souterrain des Gebäudes (der heutigen TROMPETE) einen regelmäßigen Auftrittsort bis er sich 1969 zeitweise von der Gesellschaft verabschiedete.

Mit Werken von:
Sonja Alhäuser, Axel Anklam, Johannes Bansmann, Jennifer Bennett, Fritz Bornstück, Birte Bosse, Ulrike Buhl, Jessica Buhlmann, Brad Downey, Thomas Draschan, Sven Drühl, Janine Eggert, Marion Eichmann, Wolfgang Flad, Frederik Foert, Lola Göller, Philip Grözinger, Christian Henkel, Thomas Henninger, Isabel Kerkermeier, Fee Kleiss, Franziska Klotz, Karsten Konrad, Jerry Kowalsky, Joachim Lottmann, Rainer Neumeier,Lea Asja Pagenkemper, Manfred Peckl, Wolfgang Petrick, Bettina Scholz, Markus Stein, Michael Wutz

Raumansicht © JAN MUCHE Foto: Manfred Peckl
28.09. - 10.11.2019

Jan Muche: Ein Monument für Wolfgang Neuss

Haus am Lützowplatz (HaL)

Lützowplatz 9
10785 Berlin