I was a Robot. Science Fiction und Popkultur (11. Oktober 2019 bis 15. März 2020) eröffnet den Ausstellungsschwerpunkt des Herbstes zum Verhältnis von Mensch und Maschine im Museum Folkwang. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Science Fiction-Museum Maison d’Ailleurs: Mehr als 250 populärkulturelle Ausstellungsstücke aus der bedeutenden Schweizer Sammlung erzählen vom Roboterwesen als Freund und Helfer einerseits, als Feind und Zerstörer andererseits. Zu den Highlights zählen Filmplakate zu Metropolis und der Terminator- Reihe sowie Titelgestaltungen japanischer Mangas, von Isaac Asimov-Büchern und derPerry Rhodan-Serie.

Roboter sind mechanische oder virtuelle Akteure, die von einem Computerprogramm oder einem elektronischen Schaltkreis gesteuert werden. Ungeachtet dieser nüchternen Definition beflügelt die Vorstellung des Roboters seit ihrem Aufkommen die Fantasie der Menschen. Aus der Literatur heraus entwickelt sich eine fantastische Ideenwelt, die sich massenmedial und Disziplinen übergreifend als Science Fiction ausbreitet. Diese zieht die Menschen seit dem frühen 20. Jahrhundert bis heute – Roboter sind zwischenzeitlich Cyborgs, Künstliche Kreationen und KI geworden – in ihren Bann. Einst als Hilfsmaschine und Handlanger entwickelt, übernimmt der Roboter in Büchern, Filmen und Musikvideos, Comics und Computerspielen bald unterschiedlichste Rollen, die Visionen von ungehemmtem Fortschrittsglauben und grenzenloser Wissenschaft einerseits, Dystopien und Weltuntergangsszenarien andererseits offenbaren.

I was a Robot gibt auf rund 800 m2 einen Einblick in die Entwicklung der Science Fiction von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. In acht Themenräumen entfalten sich die Zukunftsszenarien und Bildwelten in ihrer Fülle: Neben Plakaten und Magazinen zeigen Bücher- und Schallplattencover sowie Action-Figuren auf dystopische wie humorvolle Weise den Roboter als Spiegelbild des Menschen.

Die Sammlung des Maison d’Ailleurs ist eine der bedeutendsten Science Fiction-Sammlungen weltweit. Der Ausstellungsmacher Harald Szeemann hatte schon 1967/68 in Zusammenarbeit mit dem Sammler und Gründer des Schweizer Museums, Pierre Versins, eine Schau zum Thema konzipiert und den fantastischen Bildwelten auf der documenta 5 (1972) eine eigene Sektion gewidmet. Gut 50 Jahre später erarbeitet das Museum Folkwang nun gemeinsam mit demMaison d’Ailleurs und seinem heutigen Direktor Marc Atallah einen Überblick über die Bildfindungen und Interpretationen, die die Science Fiction zum Roboter hervorgebracht hat.

So bietet die Schau die Möglichkeit, die Zukunftsbilder der Vergangenheit ebenso anzuschauen wie die Zukunftsvorstellungen unserer Gegenwart.

I was a Robot präsentiert einen faszinierenden Einblick in populärkulturelle Erzeugnisse und Phänomene zum Themenfeld Mensch und Maschine, das sich in der Ausstellung Der montierte Mensch (ab 8. November 2019) in seiner künstlerischen Dimension weiter entfaltet.

Eine Ausstellung des Maison d’Ailleurs in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang. Gefördert von der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und der Sparkasse Essen