Made in Japan: Museum Folkwang zeigt mit Shin Matsunaga einen Pionier des japanischen Grafikdesigns

Shin Matsunaga gehört zu den international bedeutendsten Grafikdesignern Japans. In seinen Arbeiten verbindet er traditionelle japanische Grafik, Zeichnung und Malerei mit Elementen westlichen Designs zu einer eigenen kreativen Formenwelt. Die Ausstellung im Museum Folkwang wirft einen Blick auf sein künstlerisches Schaffen zwischen 1969 und 2019.

Klare Typographie, kräftige Farben und eine große Palette an Bildfindungen zwischen Illustration und Fotografie bestimmen die Gestaltung der Plakate des japanischen Grafikdesigners Shin Matsunaga. Die Ausstellung zeigt überwiegend Plakate für Kulturveranstaltungen sowie politische Plakate, die Matsunaga vor allem zum Thema Umweltschutz gestaltete. Daneben ist eine Auswahl seiner Papier Freaks zu sehen –Zeichnungen auf Papier, die er als Rebellion gegen seinen reglementierten Beruf als Grafikdesigner versteht.

Die Karriere von Shin Matsunaga (*1940, Tokio) beginnt beim Kosmetikunternehmen Shiseido. Seine Plakate für die Kampagne Bronze Summer Suntan Oil werden dreimal in Folge mit dem Preis des Art Directors Club Tokyo ausgezeichnet (1969–1971). Mit seiner 1971 gegründeten Werbefirma arbeitet er für Marken wie Mazda und Issey Miyake, kreiert das Buchdesign der japanischen Verfassung und das Corporate Design für das National Museum of Western Art. Er entwirft die Verpackungen für die Scottie-Papiertücher und die französische Zigarettenmarke Gitanes. Seine Arbeiten werden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit der Goldmedaille und dem Ehrenpreis der International Poster Biennale in Warschau, dem Moscow Golden Bee Award und dem ICOGRADA Grand Prize.

Die Arbeiten von Shin Matsunaga befinden sich in den ständigen Sammlungen von neunzig Museen in Japan und in der ganzen Welt. Dazu zählen u. a. das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA), das Victoria and Albert Museum, die Pinakothek der Moderne München, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, das Museum für Gestaltung Zürich, das Stedelijk Museum Amsterdam und das National Museum of Modern Art, Tokio.

Das Deutsche Plakat Museum widmete sich in der Vergangenheit in zahlreichen Ausstellungen den Vorbildern und Einflussfaktoren, die auf das deutsche Plakat einwirkten. Dazu gehörten immer wieder auch Plakate japanischer Gestalter, wie etwa von Ikko Tanaka (1930–2002) und Takenobu Igarashi (*1944). Die Arbeiten von Shin Matsunaga gehören dank einer großzügigen Schenkung des Künstlers nun zur Sammlung des Deutschen Plakat Museums im Museum Folkwang.