Ausstellungen und Aktivitäten

E I N Z E L A U S S T E L L U N G E N (Auswahl)

1986
THOMAS ROTH MALEREI, GSD Galerie, Berlin

1989
THOMAS ROTH PLASTIKEN, Galerie Jedermann-Harth, Frankfurt am Main

1991
THOMAS ROTH PLASTIKEN, Galerie Traude Näke, Nürnberg
THOMAS ROTH PLASTIKEN, Galerie Jedermann-Harth, Frankfurt am Main

1993
THOMAS ROTH PLASTIKEN, Kommunale Galerie im Leinwandhaus, Frankfurt am Main
THOMAS ROTH PLASTIKEN, Galerie Traude Näke, Nürnberg
THOMAS ROTH PLASTIKEN, GSD Galerie, Berlin

1998
GRÜSSE AUS DER RECHTEN CEREBRAL-HEMISPHÄRE, Standort Ausstellungshalle, Frankfurt am Main
ZWISCHENBILDER, KUNSTTREPPE im Hospital zum Heiligen Geist Frankfurt, Frankfurt am Main

2001
FARBGESCHICHTE I, FARBRAUM art gallery, Darmstadt

2004
FARBGESCHICHTE II, FARBRAUM art gallery, Darmstadt

2010
OHNE WORTE, AusstellungsHalle Frankfurt mit J. Raab, Frankfurt am Main

2011
3D2D3D, Kunstverein Höchst Bolongaro, Frankfurt am Main - Höchst

2014
THOMAS ROTH MALEREI, Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster, Frankfurt am Main


A U S S T E L L U N G S B E T E I L I G U N G E N (Auswahl)

1977 35 VOM STÄDEL, Kunstverein Frankfurt, Frankfurt am Main
1979 FORUM STADTSPARKASSE, Frankfurt am Main
1980 KUNST AUF PLAKATWÄNDEN, Galerie Gestaltreform, Frankfurt am Main
1981 FORUM STADTSPARKASSE, Frankfurt am Main
1982 GALERIE GERING-KULENKAMPFF, Frankfurt am Main
FORUM STADTSPARKASSE, Frankfurt am Main
1987 ZWISCHENMALEREI, Waschsalon Galerie, Frankfurt am Main
1988 14 KÜNSTLER AUF 200 QM,Waschsalon Galerie, Frankfurt am Main
1989 HORST NOLL, PETER MARKERT, THOMAS ROTH, Galerie Haus Herbede/Kunstverein Witten, Witten
KUNST AUS FRANKFURT, Galerie Hilger, Wien
1990 PETER MARKERT, THOMAS ROTH, Galerie Boncz, Stuttgart
STARKE STÜCKE, Galerie Jedermann-Harth, Frankfurt am Main
FRANKFURT ART EXCHANGE, Auktionshaus Alte Oper, Frankfurt am Main
1991 ECKEN, 3.Art Frankfurt, Frankfurt am Main
KUNST IN FRANKFURT 1991, Kunstverein Frankfurt, Frankfurt am Main
1992 ART AID, Raiffeisenhalle Frankfurt, Frankfurt am Main
1994 STADT/BILD, Karmeliterkloster Frankfurt, Frankfurt am Main
1995 WAS UNS VERBINDET, mit Istvan Laurer, Burg Ronneburg
1996 300, Standort Ausstellungshalle, Frankfurt am Main
1997 HOW MUCH IS THE DOG IN THE WINDOW, Standort Ausstellungshalle, Frankfurt am Main
1998 KUNST NACH 45, Standort Ausstellungshalle, Frankfurt am Main
1999 LANGSAMER ARBEITEN, Standort Ausstellungshalle, Frankfurt am Main
2001 SAMMLUNG MERKLE, Standort Ausstellungshalle, Frankfurt am Main
KÜNSTLER DER GALERIE, FARBRAUM art gallery, Darmstadt
2003 PETRA FALK / JEFF DELLOW / JOACHIM RAAB / THOMAS ROTH, Standort Ausstellungshalle, Frankfurt am Main
2004 MISSING LINK, Standort Ausstellungshalle, Frankfurt am Main
2005 KUNSTWERK, Frankfurt am Main
2007 POESIE & BALANCE, Frankfurter KunstBlock FKB, Frankfurt am Main
2007 OPEN DOORS, Tag der offenen Ateliers, Frankfurt am Main
2008 OPEN DOORS, Tag der offenen Ateliers, Frankfurt am Main
2009 OPEN DOORS, Tag der offenen Ateliers, Frankfurt am Main
2010 SUBSTANZ, AusstellungsHalle Frankfurt, Frankfurt am Main
20 JAHRE ARTISTS IN RESIDENCE, ATELIERFRANKFURT, Frankfurt am Main
OPEN DOORS, Tag der offenen Ateliers, Frankfurt am Main
2011 OPEN DOORS, Tag der offenen Ateliers, Frankfurt am Main
2012 FRANKFURTER ATELIERTAGE, Tag der offenen Ateliers, Frankfurt am Main
2013 FÜR URSULA, Galerie Perpétuel, Frankfurt am Main
2014 FRANKFURTER ATELIERTAGE, Tag der offenen Ateliers, Frankfurt am Main
2014 PETERSBURGER HÄNGUNG, Galerie m50, Frankfurt am Main


P U B L I K A T I O N E N

1978 35 VOM STÄDEL, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main
1988 14 KÜNSTLER AUF 200 QM, Waschsalon Galerie, Frankfurt am Main
1990 STARKE STÜCKE, Galerie Jedermann-Harth, Frankfurt am Main
ART EXCHANGE, Auktionshaus Alte Oper, Frankfurt am Main
1991 ECKEN, 3. Art Frankfurt, Frankfurt 1991, Frankfurt am Main
KUNST IN FRANKFURT 1991, Kunstverein, Frankfurt am Main
1992 ART AID, Raiffeisenhalle Frankfurt, Frankfurt am Main
1993 THOMAS ROTH PLASTIKEN, Leinwandhaus Frankfurt, Frankfurt am Main
1994 STADT/BILD, Karmeliterkloster Frankfurt, Frankfurt am Main
2010 THOMAS ROTH MALEREI, AusstellungsHalle Frankfurt, Frankfurt am Main
20 JAHRE ARTISTS IN RESIDENCE, Frankfurt am Main
BOESNER KATALOG 2010/2011, boesner holding + innovations, Witten
MYSTERIUM KREATIVITÄT, 13 Künstler geben Antworten, ars momentum Kunstverlag, Witten
2011 DIE KUNSTTREPPE IM HOSPITAL ZUM HEILIGEN GEIST, Frankfurt am Main
2012 KÜNSTLERPORTRAIT THOMAS ROTH, Kunst & Material, boesner holding + innovations, Witten
06/10 - 01/12, Kunstverein Höchst Bolongaro, Frankfurt am Main - Höchst
2014 THOMAS ROTH MALEREI, Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster, Frankfurt am Main



ZIEMLICHE VERWILDERUNG
Betrachtungen zum Gartenkino von Thomas Roth
Dorothee Baer-Bogenschütz

„Ein Mahler hat eine Thräne fallen lassen auf einen schönen Umriß, und der Umriß wird ein Fleck, er will den Fleck ausmachen, und er wird noch grösser, so groß, daß jetzt das weisse ein Fleck scheint, da macht er alles zu einem schönen Fleck auf dem eine Blume wächst und aus der Blume steigen kleine Kinder schier und rein nur kleine bunte Flügel haben sie, darauf ist ein Fleck.“
(Achim von Arnim an Clemens Brentano)

„Ich habe keine Blumen gemalt“, sagt Thomas Roth, „ich habe Grün und Violett gemalt“. Und er hat doch Blumen gemalt. Blühenden Flieder vielleicht mit üppigem Begleitgrün, das incognito bleiben möchte und seinen natürlichen Ursprung scheu verschweigt. Auf einem anderen Bild könnten Farbflecken Klatschmohn sein. Oder für die gepflegte Verwilderung einer ungemähten Wiese stehen, wie sie Clemens Brentano auf dem Gut von Baron Godwi ausmacht, welcher das Wohnhaus ungerührt „in seinem vernachlässigten Zustande“ belässt, während er die Wildnis im Garten als ästhetischen Wert betrachtet. Gewiss ist: Die bunte Pracht gibt Anlass zu Träumereien.
Der verwilderte Garten, in dem die Gedanken frei sind, die Wahrnehmung weder gedüngt, in Saatreihen auf Linie gebracht noch beschnitten wird, weshalb Dekadenzdichter sowie das vom Abbildrealismus abrückende Siècle dort Zuflucht finden und ihn als literarischen Topos ausbilden, er befruchtet auch die Malerei. Um 2011 macht sich ziemliche Verwilderung im Oeuvre von Thomas Roth breit, das doch zuletzt gänzlich gegenstandsfern war. Plötzlich wagt der Maler einen radikalen Schnitt: „Man sieht Blumen oder die Seerosen von Monet im Kopfkino“, sagt er.
Malt er nunmehr Reminiszenzen an Monets Giverny, abstrahierte Rosenblüten in der Tradition von Cy Twombly, von denen Rot rinnt wie von Twomblys Schlachtschiffen in der Schlacht von Lepanto - oder bei Nasenbluten -, malt Thomas Roth Gärten, malt er Vegetation, malt er verrinnende Zeit? „Acryl auf Nessel“, sagt der Maler. Der Verstand erhebt keinen Einspruch, das Auge sieht Blumenwiesen.
Enorme Expressivität und farbräumliche Kraft zeichnen die Arbeiten aus, die in einem komplexen und gleichwohl spontanen Malprozess vielschichtig auf Tiefenräumlichkeit hin entwickelt werden und ihr Innenleben doch gern verbergen, vergleichbar einem Teich in der Waldeinsamkeit zur späten Nachmittagsstunde, wenn die Sonne tief steht und niemand das Biotop stört.
Ohne irgendeinen Verweis auf die Wirklichkeit, die außerhalb des Gemäldes liegt, und ohne dass Bezüge zum Natur- oder spirituellen Raum postuliert würden, bilden die aktuellen Gemälde von Thomas Roth eine Projektionsfläche, wo legere Formen einer Spielart des Abstrakten Expressionismus Raum geben, der ausgedehnte Spaziergänge jenseits der materiellen bildnerischen Gegebenheit nicht bloß gestattet: Das Zusammenspiel der Farbsensationen verlangt geradezu danach. Der Betrachter möchte Sträuße pflücken, nach Inhalt graben. Verschwimmende Kompositionen befördern die Sehnsucht nach Greifbarem. Bunte Metaphern und Assoziationen schießen ins Kraut, jedes Bild hat sein Bedeutungsfeld.
Vielleicht neigt der Betrachter dazu, sich in ein Veilchenbeet oder Stiefmütterchenmeer zu vertiefen, in planlos über die Bildfläche gestreute Cattleyablüten gar? Kann ja sein: Die Orchideengattung, die Marcel Proust gleich mit mehreren schönen Frauen in Verbindung gebracht hat, weil sie als Accessoires psychischer Befindlichkeit hochsymbolische Verwendung finden können in Erwartung des Insektes, das sie befruchten könnte, mag sich in den jüngsten Tafelbildern ausbreiten, ohne dass Thomas Roth womöglich selbst es merkt.
Wie Odette de Crécy in Prousts Erzählung „Eine Liebe von Swann“ dem Wunschdenken ihres Betrachters entspringt, der ein Fresko Botticellis zu ihrem Erscheinungsbild assoziiert, ohne dass sie sich selbst zur Botticelli-Blüte verklären würde, rezipieren Betrachter die Malerei von Thomas Roth, wie es ihnen gefällt. Eine Art Autovervollständigung zart keimender Bildideen vollzieht sich vor dem individuellen Erfahrungshorizont. Jeder Bildbetrachter schöpft aus einem definierten Pool passender Vorstellungen. Thomas Roth gebietet dem Wellenschlag keinen Einhalt. Trotz der konzeptuellen Selbstverpflichtung, der Inhaltlichkeit zu entsagen, der konsequenten Dezentralisierung des Motivs und der Betonung der Farbe, wobei verlaufenden Farben und verschwommenen Strukturen ein starker Eigenwert eingeräumt wird, hat er seine Kunst in eine unerwartete Dimension geführt: „Im Gegensatz zu früher lasse ich bei diesen neueren Bildern sogar einen romantischen Aspekt zu, den ich mir zuvor so offen nicht zugestanden hätte.“
Es geht in der Malerei von Thomas Roth inzwischen zunehmend um das eindeutig Zweideutige. Dabei steht die Bildautonomie als Conditio sine qua keinen Augenblick zur Disposition. Die bildliche Annäherung an eine reale Gegebenheit, gar die Übersetzung von außerhalb des Bildgeviertes Geschautem ist nicht des Künstlers Ziel. Die Natur des Tafelbildes als Flächenkonstrukt stellt Thomas Roth niemals in Frage, auch wenn er einen illusionären Raum erschließt, Bilder zu Diptychen arrangiert, Panorama-Effekte erzielt und sich Assoziationsmöglichkeiten mit „real Vorhandenem“ nicht verschließt.
Wie auch Marcel Prousts Cattleyen, Lieblingsblumen von Odette, „weil sie den großen Vorzug besaßen, nicht wie Blumen auszusehen, sondern als seien sie aus Seide oder Atlas gemacht“, die Qualität formaler Offenheit besitzen und somit wie gemacht sind für Proust und seine zur Orchideenhaftigkeit neigende Dichtung, die bestimmte Konventionen abwirft wie verwelkte Blüten, so weisen die allein dem spezifischen Malduktus verdankten Farbflecken von Thomas Roth gleichwohl über sich selbst hinaus und deuten auf ein Urbild hin. Die Kunstwissenschaft mag sie als Taches deklarieren, Thomas Roth als Erneuerer des Tachismus ansehen. Bildgenetisch betrachtet sind die Flecken und Pfützen, die Blumenassoziationen hervorrufen, Produkte formalästhetischer Emanzipation. Ihnen liegt ein greifbarer Gegenstand zugrunde, dessen Überführung ins Tafelbild seit 2011 für seine Kunst neue Maßstäbe setzt.
„Malkomplexe“ nennt er zu Knäueln geformte dreidimensionale Gebilde aus eigener Produktion, die sich einem bildnerischen Gestaltwandel verdanken. Mallappen und mit Kunstharz fixierte Textilreste aus dem Fundus, den er angelegt hatte für Bildcollagen der neunziger Jahre, werden seither komprimiert und mit Acrylfarben überzogen: schöpferische Resteverwertung.
Im Zeitraum von 1987 und 1994 widmete sich Thomas Roth großformatigen möbelartigen Objekten: bildhauerischen Arbeiten, Malerei mit anderen Mitteln. Damals habe er „die Sicht ins Bild in gegensätzlicher Bewegung nach außen geklappt“, sagt der Maler, „so entstanden Plastiken.“
Später ging er den umgekehrten Weg: Plastik wird Malerei. Die farbintensiven fleckenartigen Formen, die in den jüngeren Gemälden den Ton angeben, auch sie könnten ähnlich Odettes Orchideen aus Organza bestehen, so duftig, leicht, seidig erscheinen sie, oder aus Atlasgewebe gemacht sein, einem schweren Stoff mit verführerischem Glanz. Und doch ist nicht Atlasseide Keim ins Blumenhafte spielender Strukturen, sondern das Arrangement ordinärer Lumpen. Die Mallumpen, denen Thomas Roth ein zweites Leben als Kleinplastiken gönnt.
Beeinflusst durch den Tachismus in Paris gelangte einst Bernard Schultze zu Farbkörpern, die er mit dem Kunstwort Migof bezeichnete. Um in die dritte Dimension vorstoßen zu können, konstruierte er Drahtgebilde, die er mit farbig gefassten Textilien überspannte. Die surreal zerfransten Figuren verflächigten sich schließlich und hielten Einzug in die Malerei des deutschen Vertreters des Informel. Insofern dürfen die Migofs als Ahnen von Thomas Roths Malkomplexen betrachtet werden. Begleitprodukte seines künstlerischen Schaffens zunächst, Atelierabfall, entwickeln sie ein Eigenleben und werden für seine Malerei fruchtbar. Dabei verweisen auch die Malkomplexe auf nichts als sich selbst. Wie die Bilder von Thomas Roth sind sie geronnene Zeit, Notat des Augenblicks.
Der Zeitaspekt ist für den Künstler generell ein zentrales Thema. Seine jüngeren Gemälde tragen statt Titeln das Datum ihrer Fertigstellung. Eine Vorgehensweise, die der japanische Künstler On Kawara in seinen Datumsbildern mit äußerster konzeptueller Konsequenz zu einem Schlusspunkt geführt hat, an dem das Datum Bildgegenstand ist. Thomas Roth geht nicht ganz so weit, lässt den Betrachter aber mehr schmecken als der Winzer, der auf dem Weinetikett wohl den Jahrgang mitteilt, nicht aber das Datum, an dem die Flasche verschlossen wurde. Jedes der neueren Bilder ist zugleich ein Kalenderblatt. Der Maler lädt das Gemälde mit Erinnerung auf. Der Betrachter mag das jeweilige Datum abgleichen mit der Bedeutung für seine eigene Biografie.
Seit 2009 arbeitet Thomas Roth, der sich lange Zeit mit Kunstlack ausgedrückt und später Ölfarben verwendet hatte, ausschließlich mit Acrylfarben. Auffallend kurz war die Phase des Ölfarbengebrauchs. Der lange Trocknungsprozess erschien Thomas Roth unattraktiv und seinen Absichten zuwider laufend. Nunmehr beschäftigen ihn die Transition der Bildfläche zum visuellen Resonanzraum, sowie der Freiraum für die räumliche und sinnliche Erfahrung, die „vertikal verlaufenden Farbspuren“, die Rinnsale, der sich verselbständigende Malfluss auf andere Weise als zuvor.
Davon unberührt bleibt der Malakt empirische Leistung und erklärte Absichtslosigeit, die aus einem sensiblen Subtext erwächst. Cy Twombly sprach bezüglich seines Tuns vom „Auf- oder Einschmelzen von Gedanken und Gefühlen“, Roth nennt „introvertierte Entäußerung“ als Antrieb. Bezüglich der kategorisch offenen Form stehen beide Maler in der Tradition der Romantik, des ewigen Gestaltwandels, den ein Achim von Arnim in seiner Dichtung pflegt. Wie dessen „Freundin Fantasey“ im Gedicht aus „Thauenden Wolken“ ein “wechselnd Paradies“ erschafft, gelingt das Thomas Roth im Bildgeviert.
So lyrisch und verwunschen indes seine meditative Malerei erscheinen mag, so entschlossen, hartkantig, förmlich bild-hauerisch ist der Farbauftrag. Zum klassischen Malwerkzeug greift Thomas Roth selten. Arbeitete er noch Ende der neunziger Jahre in einer „frühen Phase“ zumeist mit „dickem breitem Pinsel“, so bevorzugt er inzwischen Glättscheibe und - spachtel. Eine Zeitlang hatte er seine Gemälde auch mit „dem Gummirakel abgezogen“. Ohne Vorzeichnung, Skizze, festen Plan.
Fünf Standardformate verwendet er. Firnis verschmäht er. „Ich will, dass man die Vorgehensweise sieht.“ Einzelschritte nachzuvollziehen gelingt gleichwohl nicht. „Ich weiß nichts vorher und will auch nichts wissen, das Bild wächst mit der Zeit“, sagt Thomas Roth, „ich habe kein Konzept und kein Motiv“. Und doch behauptet er: „Nichts geschieht willkürlich“. Sei „die Aufteilung der Fläche“ erst einmal gefunden, so gehe „es ganz schnell“. Für Thomas Roth gilt in diesem Moment dasselbe wie für Bernard Schultze, der es darauf anlegt, „sich treiben [zu] lassen, wohin das Bild will, soviel wie möglich dem Zufall [zu] überlassen, so wenig wie möglich der Kontrolle“.
Von naturalistischer Objektivität ist die Malerei von Thomas Roth ebenso weit entfernt wie von übersteigerter Empfindsamkeit. Sein Blick richtet sich auf die Oberfläche, das Interesse Dritter auf das, was dahinter stecken mag. Hinter dem großformatigen Gemälde „Botanischer Garten“ von Jerry Zeniuk steckt der Botanische Garten in München. Die Bilder von Thomas Roth wurzeln in keinem real existierenden Gartenreich. Thomas Roth malt ins Offene. Blüten treibt allein die Phantasie des Rezipienten. „Der Betrachter malt das Bild zu Ende“, sagt der Künstler. Es gibt nur zwei Dinge, die ihn vom Malen abhalten. „Schöne Frauen“ und „Grün tanken im Wald.“



ALLE MEINE ARBEITEN VERWEISEN AUF SICH
Thomas Roth verzichtet auf die individuelle Geste
Anita Brockmann

Thomas Roth ist Maler. Diese Berufsbezeichnung ist ihm wichtig und allemal lieber, als „Künstler“ genannt zu werden. Denn egal, in welchem Medium er arbeitet, welche Materialien er ausprobiert, welcher Fragestellung er nachspürt oder welchen Zugang er dabei verfolgt – immer sind es malerische Aspekte, die seinen Werken zugrunde liegen und die ihn leiten.
„Ich wollte immer Malen lernen“, sagt Roth, „so richtig. Es hat mich fasziniert, ein Bild aufzubauen und dabei eine Technik zu gebrauchen, die Jahrhunderte alt ist.“ Doch als er an der Frankfurter Städelschule seine Studien aufnahm, war das gegenständliche Arbeiten dort verpönt. Im Zeitgeist war die figürliche Malerei anachronistisch. Ein Professorendogma: Als Künstler müsse man sich der Chronologie der Kunst bis zur Gegenwart immer bewusst sein und dürfe auf keinen Fall etwas wiederholen. Es sei die Pflicht des Künstlers, die Kunst immer voranzutreiben. „Eigentlich ein guter Ansatz“, urteilt Thomas Roth. „In diesem Sinne gehe ich konform.“
Obwohl er dort letztlich seine Studien bei Raimer Jochims beenden sollte, fand Roth unter diesen Umständen am Städel zunächst keine Heimat. Er ging für zwei Jahre nach Wien, wo er in der Klasse von Rudolf Hausner das gegenständliche Malen erlernte - „der pure Akademismus“. Dieser hatte im Rahmen seiner regelmäßig stattfindenden Bildbesprechungen, bei denen die Studenten die Arbeit eines Kommilitonen analysierten, immer wieder darauf hingewiesen, dass ein Maler sich bereits im Geiste eine sehr genaue Vorstellung von dem machen solle, was er nachher auf die Leinwand bringen wolle. In einem Bild dürfe nichts überflüssig sein, alles habe seine Bedeutung, wirke im Zusammenhang und führe zu einer ganz bestimmten Aussage. „Das war das Credo dieser Klasse. Von daher kommt das Reflektierende über die Arbeit bei mir sowohl von Jochims als auch von Hausner. Mein intellektueller Ansatz in der Malerei ist darauf zurückzuführen“, stellt Roth fest.

Vom Raum zur Fläche zum Raum ...
In seiner abbildhaften Malerei, die er als Fenster in den Bildraum verstand, kombinierte er realistisch umgesetzte Elemente zu Bildsujets mit gesellschaftskritischem Hintergrund. Doch in dem Maße, in dem seine handwerklichen und technischen Fertigkeiten wuchsen, wuchs auch Roths Unzufriedenheit mit dem, was er machte. Die Farbe begann, sein Interesse zu wecken. „Es war ein enormer Zwang. Ich habe die Farbe damals dem gegenständlichen Bild untergeordnet, aber immer gemerkt: Farbe kann viel mehr! Ich wollte da irgendwie raus, wusste aber nicht wie.“ Im ersten Schritt versuchte Roth seine Arbeiten freier anzugehen und kanalisierte sie zunehmend in Richtung gegenstandsloser Malerei, hin zu Fläche, Struktur, Muster, Rapport. An der amerikanischen Minimal Art orientiert und fasziniert von den Werken Donald Judds und Frank Stellas wurden auch Roths Bilder immer flächiger, bis er bei nahezu monochromer Malerei angelangt war, bei farbigen Wandobjekten. War das das „Ende der Malerei“? Damit wollte er sich nicht zufriedengeben, diese Richtung stattdessen in den realen Raum hineinführen und die Chronologie der Malerei somit vom Fensterbild zum Raumobjekt weiterführen.
Geometrie und Symmetrie waren dabei wichtige Parameter. Schon zuvor gab es in Roths Arbeiten aufgrund der Muster geometrische Ansätze. Nun provozierten gegenläufig gemalte symmetrische Abschrägungen der Bildkanten Plastizität. In einem anschließenden und naheliegenden Schritt entwickelte er dann für sich die Vorgabe, aus dem Keilrahmen heraus zu arbeiten. Es ergab sich daraus ein flächiger Körper, der lediglich an den Kanten abgeschrägt war und die optische Wirkung eines Objektes hatte. Den Gedanken, es mit einer rechteckigen Fläche, einer Leinwand, zu tun zu haben, hat Roth dabei nie außer Acht gelassen. Nach einer Zeit wurden ihm die Ergebnisse allerdings zu verspielt und er suchte nach anderen Wegen, ein Bild in den Raum weiterzuführen. Mit den Wandarbeiten, die nun entstanden, verließ er auch die traditionelle Farbe. Gummimatten, Plexiglas, Metallflächen dienten ihm als Farbmaterial und erzeugten außerdem unterschiedliche Strukturen, indem die verwendeten Materialien zusätzlich bearbeitet wurden. Die Objekte waren so angelegt, dass der Betrachter die Flächen gedanklich immer zurückkonstruieren konnte zu einem Viereck, zur Leinwand. „Das war mir wichtig, weil ich Maler bin. Ich habe mich niemals als Plastiker gesehen. Das sind Malerplastiken“, stellt Roth fest. „Für mich waren sie konsequent ausgeführte räumliche Malerei in ihrer aktuellsten Form.“
Ein Werk muss beseelt sein
Thomas Roth ist ein Phänomen. Betrachtet man seine jüngsten Gemälde, könnte man meinen, nicht er, sondern ein Namensvetter hätte sie geschaffen: Durch die Kraft der Farbe wirken sie malerisch, leicht und offen, erzeugen Spielraum für Assoziationen und sind befreit von jedwedem intellektuellen Überbau. In der Sinnlichkeit ihrer Farben, in ihrem Losgelöstsein vom Objekthaften, ihrer räumlichen Tiefe und in der Unmittelbarkeit, mit der der Moment umgesetzt zu sein scheint, erinnern sie an Claude Monets Seerosenbilder und wirken wie eine zeitgenössische Umsetzung impressionistischer Auffassungen. „Den Vergleich kann ich akzeptieren“, sagt der Maler. Für ihn sind die „Seerosen“ Farbpunkte, die er aus einer bildimmanenten Notwendigkeit heraus so platziert und bearbeitet hat, wie sie sich nun zeigen. Und was wie eine lyrische Abstraktion erscheint, betont er, ist rein formal durch den Gebrauch des Pinsels begründet. Als Verlängerung des Arms kann er mit ihm bewusste und unbewusste Impulse unmittelbar ausführen und damit auch eine Verbindung zu seiner inneren Welt herstellen.
In einem Interview mit Jean-Peter Braun beschreibt Roth den schöpferischen Prozess, der seinen neueren Werken zugrunde liegt: „In der malerischen Arbeit der letzten Jahre hat das Zufällige einen hohen Stellenwert. Das entsteht in Absichtslosigkeit. Also ohne darüber nachzudenken. Denken kann stark be- und verhindern. Ich will nur übergeordnet denken, als Erklärung, warum ich so arbeite und nicht anders. Als Ordnungsfaktor. Während des Arbeitens möchte ich nicht denken, sondern mich leiten lassen von dem, was ich vor mir sehe. Mehr ein bewusstloses Treiben und Handeln. Das ist vollkommenes Frei-Sein. Dabei gab es viele Momente, die mir Bilder gebracht haben, deren Entstehung ich nicht rational nachvollziehen kann. Das ‚Beseelen’ meine ich. Es ist dann einfach da, von einem Moment zum anderen. Eine Präsenz, die keine Erklärung hat!“ - und die den Betrachter mit einer visuellen Erscheinung konfrontiert, auf die er sich einlassen kann oder nicht. Er ist dabei auf sich selbst zurückgeworfen, kann das Anschauungsobjekt mit eigenen Bildern abgleichen und/oder für sich besetzen. Roth versteht seine Gemälde als Rohstoff, der einerseits für sich allein bestehen muss und den der Betrachter andererseits weiter bearbeiten kann. „Alle meine Arbeiten verweisen auf sich. Es gibt keine Botschaft, die über das Sichtbare des Bildes hinausweist.“ Daher erhalten seine Gemälde, Zeichnungen oder plastischen Objekte auch keine Titel, die auf einen Inhalt verweisen würden. Roth versieht sie lediglich mit dem Datum ihrer Fertigstellung.
Wo sich dem Betrachter heute die Möglichkeit eröffnet, eigene Bilder zu sehen, dominierte früher der Intellekt und schuf Barrieren. „Ich war wirklich ein großer Konstrukteur“, stellt Thomas Roth rückblickend fest. „Ich habe einfach Bilder konstruiert. Konstruktive Malerei, vielleicht in Fortsetzung, könnte man es beschreiben.“ Der augenfällige Paradigmenwechsel in seinen Werken erklärt sich teilweise durch die wechselnden Arbeitsmittel und die damit einhergehenden -methoden. „Als ich Mitte der 1990er-Jahre im Anschluss an die Objekte wieder zu malen begann, habe ich fünf oder sechs Jahre ausschließlich mit Kunstlack gearbeitet, und zwar auf der plan auf dem Boden liegenden Leinwand. Die Lösungsmittel habe ich jedoch nicht vertragen und dann auf Ölfarben zurückgegriffen. Aber auch sie zeigten für meine Zwecke unerwünschte Eigenschaften. Letztendlich stieg ich 2007/2008 auf Acrylfarben um und arbeite seitdem wieder an der Wand. Das ist ein ganz anderer Prozess. Das hat wieder ganz andere Bilder ergeben.
Allein schon durch die vertikal verlaufenden Farbspuren.“ Und auch der MP3-Player ist eine Komponente seiner Arbeit. Dadurch akustisch vor Ablenkung bewahrt, lässt sich Roth weder vom Telefon noch von der Klingel stören. Das beeinflusst seine Arbeitsweise und die daraus resultierenden Werke.

Dialog mit der Leinwand
Der Paradigmenwechsel bedingt auch einen anderen Schaffensprozess. Wenn Thomas Roth im Malfluss gedankenlos innere Bilder umsetzt, „die ohne den Filter des Bewussten auf die Leinwand fließen und sich nur in Farbe und Form konkretisieren“, tritt er in einen Dialog mit dem Bild. Die Sprache beruht dabei einzig auf der Spannung, die sich aus den ästhetischen Möglichkeiten der Materialien ergibt. „Ich überdecke die Leinwand mit einer Farbe in mehr oder weniger offener Struktur; das ist ein Vorgang, der Zeit braucht. Wie gesprochene Sätze, die einen Inhalt vermitteln. Wenn die Leinwand in ihrer Gänze bedeckt ist, habe ich zu Ende formuliert. Im Ganzen betrachtet, habe ich dann eine visuelle Erscheinung, die im Sekundenbruchteil sichtbar ist, und das ist dann die Antwort des Bildes. Darauf reagiere ich, indem ich die Leinwand mit einer nächsten Farbe überdecke, sodass von der ersten Farbschicht noch genügend erhalten bleibt, was sich aber vereint zu einer neuen Aussage. Das Bild antwortet wieder und so entsteht der Dialog, der irgendwann, wenn ich sehr konzentriert bin, zu einer Verdichtung und einem Ergebnis führt.“ Dieses meditative Arbeiten kann sich über Stunden hinziehen.
Um der autonomen Existenz des Bildes möglichst viel Freiraum einzuräumen, sind für Thomas Roth Gummirakel und/oder Glättspachtel die Mittel der Wahl. Sie sind neutral, objektivieren, und der Zufall spielt dabei eine große Rolle. „Wenn man etwas abrakelt oder geht mit dem Glättspachtel darüber, machen die Farben etwas, das man nicht unter Kontrolle hat. Auf diesen Zustand muss man reagieren und damit arbeiten. Man kann nicht sagen: Das will ich gar nicht. Dafür müsste man wieder anders, kontrollierter arbeiten“, beschreibt er den Umgang mit diesen Werkzeugen. Ideale Bedingungen also, um das Unbekannte an die Bildoberfläche zu bringen. Roth selbst rückt dabei in den Hintergrund. Indem er auf den Gebrauch des Pinsels verzichtet, verzichtet er auch darauf, seine Handschrift in das Bild einzubringen. Erst in seinen jüngeren Arbeiten kommt der Pinsel wieder reduziert zum Einsatz.
Hauptsächlich beschränkt sich Thomas Roth darauf, die Bildfläche zu organisieren und Bildhaftes zu übermalen. Jeder Teil des Gemäldes ist dabei von gleicher Relevanz, um nicht durch bevorzugte Partien ein Motiv oder ein Zentrum entstehen zu lassen. Fertig ist eine Arbeit erst, wenn auf der abstrakten Farbfläche eine Tiefe entsteht, die den Maler überzeugt; wenn das Werk eine Eigenständigkeit erlangt hat, die der Prüfung durch ihn standhält. Trotz aller Versuche, die Neutralität zu wahren, ist Thomas Roth allein durch sein Abwägen in seinen Gemälden spürbar. Er kommt in den rhythmischen Farbakzenten, den weichen Verwischungen und Verläufen oder den harten Kanten des Farbauftrags durch den Spachtel zum Ausdruck. Durch die physische Anstrengung, die der dynamische Schaffensprozess mit sich bringt, ist er eng mit seinen Bildern verwoben: Dreißig und mehr Farbschichten erfordern immer wieder das Überprüfen der Bildfläche, das Hinzufügen, Wegnehmen oder Sichtbarmachen von Farbflächen. Seiner Intervention verdankt sich die Räumlichkeit in den Bildern, seinem Lenken die Spuren der Zeit, die dort sichtbar wird, wo Fragmente tieferliegender Farbschichten an die Bildoberfläche dringen und „Geschichte“ erzählen, wie er selbst es formuliert. Einzig, indem er die Möglichkeiten abstrakt angewendeter Farbe ausschöpft, erzeugt Thomas Roth eine unaufdringliche Vielschichtigkeit, die den Betrachter neugierig macht. Der intensiven Wirkung der komplex bearbeiteten Farbe kann dieser sich kaum entziehen. „Meine Malerei ist eine introvertierte Entäußerung, ein missing link zur Malerseele“, umschreibt Thomas Roth selbst das Ergebnis seines kräftezehrenden Malaktes, mit dessen Hilfe er versucht, im Dialog mit der Malerei seinen unbekannten Seiten auf die Spur zu kommen.

Spontaneität und Zufall
Thomas Roth ist Forscher. Um seine Gedanken schnell zu realisieren, ihr Wesentliches zu veranschaulichen, wählt er die Zeichnung. Dem dynamischen Strich und der unterschiedlichen Intensität, mit der er die Linien umsetzt, ist deutlich die Spontaneität anzumerken, aus der heraus Roths Zeichnungen entstehen. Trotz der augenfälligen Energie, die von Ihnen ausgeht, drängen sie sich dem Betrachter nicht auf. Im ausgewogenen Wechselspiel von zarten, feinen, zurückgenommen, nahezu zerbrechlichen Linien und Variationen dunkler, breiter, kraftvoll dagegengesetzter Striche, von beinahe unberührten weißen Bildflächen und Linienkonglomeraten in verschiedenen Grauabstufungen entsteht ein Rhythmus, der auf Roths Gemälde verweist. Doch obwohl sich darin ihr Studiencharakter offenbart, funktionieren die Zeichnungen eigenständig und ziehen den Betrachter in gleicher Weise in ihren Bann wie die Leinwandformate.
Auf seiner Suche nach malerischen Innovationen, nach dem Unbekannten und Unerwarteten, hat sich auch eine Werkgruppe ihren Platz im OEuvre des Malers erobert, die neben den Gemälden besteht: die der Kleinplastiken. Sie entstanden eher zufällig, als er begann, Pyramiden aus übereinander gegossener oder gespachtelter Farbe und farbgetränkten Textilien - Mallappen, die dem Fundus seiner abgelegten Kleider und gemusterten Stoffe, die er früher in Bildern verwandte, entnommen sind - „knödelartig“ zu verformen. Ganz ohne künstlerische Absicht. Anfangs lediglich aus Farbresten, später aus Mallappen und schließlich aus einer Kombination von Farben, Mallappen und unbenutzten Textilien, die in Kunstharz getaucht und auf diese Weise fixiert werden. Auf einen Sockel gesetzt, geht von diesen Arbeiten ein besonderer Charme aus. Gerade das Zufällige, die vollkommene künstlerische Absichtslosigkeit ist es, die Thomas Roth fasziniert. Zunächst kleiner angelegt, experimentiert er mittlerweile auch mit größeren Varianten, die als Wandarbeiten konzipiert sind - eine Verbindung zu seinen früheren plastischen Werken. In Hinblick auf die Herangehensweise und auf ihre Strukturen sind Parallelen zu Roths jüngeren Malereien allerdings unübersehbar.
Durch seine große Lust am Experiment und die intensive Auseinandersetzung mit seinem malerischen Medium, der Farbe, hat Thomas Roth unterschiedliche Schaffensphasen durchlaufen, die ihn unter anderem vom Gegenständlichen zur Abstraktion, von der Fläche zum Raum, von der intellektuellen Auseinandersetzung mit seiner Arbeit zur absichtslosen Malerei geführt hat. „Dabei ist mir die Quantität in der Produktion unwichtig. Das Ergebnis ist wichtig und der Fortschritt – man muss am Ende seiner Lebensarbeit nicht Tausende von Bildern hinterlassen. Eine oder vielleicht einige Ideen, die den nachkommenden Kollegen eine neue Tür öffnen können ...“, fasst er das Ziel seiner malerischen Untersuchungen zusammen. Mit weiteren überraschenden Ergebnissen ist zu rechnen.

Vita

T H O M A S R O T H *1953

1972 - 74 Städelschule, Frankfurt am Main
1974 - 76 Akademie für Bildende Künste, Wien
1977 Hochschule für Bildende Künste, Hamburg
1977 - 78 Städelschule, Frankfurt am Main
1995 - 96 Artists in Residence, Atelierstipendium Salzburg
seit 1978 freischaffender Maler in Frankfurt am Main


THOMAS ROTH MALEREI
Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster
Frankfurt am Main
14.April 2014 - 15.Februar 2015

PETERSBURGER HÄNGUNG
Galerie m50
Frankfurt am Main
1. - 20.Dezember 2014

Thomas Roth

Ostparkstrasse 47-49
60385 Frankfurt am Main
Tel. 0179-3242743
mail [at] thomas-roth-malerei [dot] de