Nobody's Listening ist eine Ausstellung jesidischer Künstler:innen, die an den Genozid erinnert, der von dem sogenannten Islamischen Staat (IS) am 3. August 2014 an der jesidischen Gemeinschaft im Nordirak begangen wurde. Die Ausstellung zeigt Werke von 19 Künstler:innen, darunter Fotografien, Gemälde und Skulpturen. Besonders hervorzuheben sind die Virtual Reality Arbeiten, die Besucher:innen in einer immersiven Erfahrung in den irakischen Sinjar führen und sie mit den verheerenden Folgen des Völkermordes konfrontieren.

Der Völkermord dauert weiterhin an: Etwa 3.000 jesidische Frauen und Kinder werden noch immer vermisst oder sind in Gefangenschaft. Die Ausstellung schafft eine immersive Umgebung, die ein stärkeres internationales Bewusstsein für die Ereignisse des Genozids von 2014 und seine zutiefst verheerenden Folgen für das jesidische Volk, Christ:innen sowie für andere religiöse Minderheiten und deren kulturelles Erbe im Nordirak schafft. Die zukunftsorientierte Ausstellung konzentriert sich sieben Jahre nach dem Völkermord auf das, was als Nächstes geschehen muss. Sie bietet Überlebenden und Vertriebenen eine Plattform, um ihre Geschichten zu erzählen, ihre Ausdrucksformen in Malerei, Bildhauerei und Poesie zu zeigen – und sich Gehör über die noch notwendigen Maßnahmen zu verschaffen.

Nobody's Listening ist eine Wanderausstellung, die von Yazda und Upstream in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. und dem Institut für transkulturelle Gesundheitsforschung der Dualen Hochschule Baden-Württemberg organisiert, von Easy Tiger Creative Ltd. konzipiert und produziert, vom ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe erstmals gezeigt und vom Staatsministerium Baden-Württemberg, von der Behörde der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung (USAID) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) großzügig gefördert wird.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Sie wird am ZKM von einem umfangreichen Vermittlungsprogramm und einem vom Kulturamt der Stadt Karlsruhe unterstützten internationalen Symposium am 9. Dezember 2021 anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Völkermordes begleitet.

Begleitend zur Ausstellung organisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) im kommenden Schuljahr eine Bildungskampagne an deutschen Schulen und Universitäten. Lernende ab der 10. Klassenstufe sollen Kenntnisse über die jesidische Religion erlangen und für die prekäre Lage im Nordirak sensibilisiert werden.

Hala, jesidische Aktivistin und Überlebende des Genozid (Berseve IPD Lager) © Hala, Foto: Hailey Sadler
02.10.2021 - 09.01.2022

Nobody’s Listening. Eine immersive Ausstellung zur Aufarbeitung des vergessenen Völkermordes im Irak

ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe

Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe