Welche Bilder machen wir uns von anderen Menschen? Was haben sie uns mitzuteilen? Wie treten wir ihnen entgegen? Wie positionieren wir uns ihnen gegenüber, bedingt durch ihr Geschlecht, ihre Hautfarbe, Sprache, Nationalität? Menschenbilder vereinigt Fotografien von „Displaced Persons“ in New York nach ihrer Flucht aus dem vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Europa bis zu intimen Nahaufnahmen von spanischen Jugendlichen im Jahr 2020, die ein Porträt ihres Alltags zeichnen, von Szenen zwischenmenschlicher Annäherung, lustvollem Chillen und Hoffnungslosigkeit. Dazwischen finden Begegnungen mit Menschen statt, die um die Themen Identität, Migration, Gendervielfalt, Black Lives Matter und die eigene Sterblichkeit kreisen.

Alle in der Ausstellung gezeigten Fotografien, Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen sowie die Video-Installation sind 2019 und 2020 als Ankäufe oder Schenkungen in die Sammlung des Kunstmuseum Wolfsburg aufgenommen worden und erweitern die Sammlung auch um weitere nichteuropäische und weibliche Positionen. Entsprechend zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg diese Werke erstmals und in dieser thematisch kuratierten Breite. Das Spektrum des Themas Menschenbilder, das mit Schlüsselwerken von Christian Boltanski, Beat Streuli und Cindy Sherman seit Gründung des Museums einen Schwerpunkt der Sammlung bildet, wird somit sinnvoll ergänzt und mit zeitgenössischen Werken fortgeführt.

Beteiligte Künstler*innen:
Eija-Liisa Ahtila (*1959), Ute Behrend (*1961), Serge Attukwei Clottey (*1985), Sylvain Couzinet- Jacques (*1983), François Jacob (*1976), Clemens Kalischer (1921–2018), Christian Keinstar (*1975), Rebecca Lewis (*1970), Anna Malagrida (*1970), Otto Piene (1928–2014), Tejal Shah (*1979), Antanas Sutkus (*1939)