„Mit dem im Kunstpalast integrierten Konzertsaal gehören Musikveranstaltungen zum festen Angebot unseres Hauses. Nun widmen wir der Kunstform Musik erstmals eine eigene Ausstellung.“, betont Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast. „Wir beleuchten die Geschichte und Wechselbeziehung von elektronischer Musik und Kunst. Eine bedeutende Position nimmt das von den Elektro-Pionieren Ralf Hütter und Florian Schneider in ihrem Kling-Klang-Studio in Düsseldorf gegründete Projekt Kraftwerk ein. Ihre akustisch-bildnerisch-performativen Bühnenshows sowie ihr Ausloten technischer Möglichkeiten in der Musik waren wegweisend.“, so Krämer weiter. „Ich freue mich umso mehr, dass wir gemeinsam mit Kraftwerk- Mitgründer Ralf Hütter diese spektakuläre Ausstellung im Kunstpalast realisieren.“

Die Zusammenschau so unterschiedlicher Künste wie Musik, Video, Fotografie, Design und Grafik in einer Ausstellung ist ein Novum im Kunstpalast. Dem Publikum öffnet sich in der Schau ein breites mediales Panorama für die audio- visuelle Reflektion der ästhetischen Klangwelten elektronischer Musik.

„Electro. Von Kraftwerk bis Techno ist keine Ausstellung über Musik, sondern vielmehr eine musikalische Ausstellung, in der es darum geht, die Verbindungen zwischen elektronischer Musik und künstlerischer Produktion wie z. B. Grafikdesign, Digitaler Kunst, Fotografie, Performance und Video zu zeigen“, sagt Ausstellungs- kurator Jean-Yves Leloup. „Wir ermöglichen dem Publikum eine immersive Erfahrung, die an die Stimmung von Euphorie und Gemeinschaft in Clubs, Raves und Festivals erinnert.“

Die bereits in Paris und London gezeigte Ausstellung wurde für die Präsentation in Düsseldorf weiterentwickelt. Im Kunstpalast bildet das legendäre und bis heute welt- weit einflussreiche Mulitmedia-Projekt Kraftwerk einen Schwerpunkt der Präsenta- tion. Die Besucher*innen treffen auf Fotografien, Plattencover, historische Musik- instrumente, Lichtskulpturen 12345678 sowie die Roboterfiguren der Düsseldorfer Elektro-Pioniere.

Der Künstler Andreas Gursky, jahrelanger Wegbegleiter der Techno-Szene, präsentiert Fotografien seiner May Day Reihe sowie eine monumentale Aufnahme des legendären Frankfurter Cocoon Clubs von Sven Väth und eine neue Fotoarbeit, die am Rande des Düsseldorfer Techno-Festivals Connect entstanden ist und das Covermotiv des neuen Albums von DJ Solomun bildet.

„Ich freue mich, dass die Ausstellung die wichtige Rolle von Kraftwerk, aber auch das im WDR angesiedelte Studio für elektronische Musik in Köln hervorhebt“, sagt Andrea Firmenich, Generalsekretärin Kunststiftung NRW. „Damit wird die Bedeu- tung des Rheinlands für die internationale Entwicklung dieses bis heute lebendigen Musikgenres deutlich.“

„Legendäre Clubs wie Ratinger Hof oder Creamcheese, aber auch die Kunst- akademie und der Salon des Amateurs waren oder sind bis heute pulsierende Orte in Düsseldorf für Veranstaltungen mit elektronischer Musik“, bemerkt Manfred Abrahams, Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf. „Und wer je ein Konzert mit der berühmten Gruppe Kraftwerk erlebt hat“, so Abrahams weiter, „hat ein Gesamt- kunstwerk sehen und hören können“.

„Die Sehnsucht nach langen Tanznächten im Club, sommerlichen Raves und dem Gefühl der Verbundenheit und Freiheit in der tanzenden Menge war nie größer als heute”, betont Alain Bieber, Co-Kurator der Ausstellung. „Bunte Kostüme, verrücktes Make-up und Masken – die Szene setzt sich für einen toleranten und gleichberech- tigten Umgang miteinander ein. Und dank der LGBTQ-Bewegung wurde die elektronische Musik zu einem Ort, an dem gesellschaftliche Herkunft oder sexuelle Orientierung keine Rolle mehr spielt.“

Die Ausstellung ist eine Hommage an die revolutionären Technologien in der Musik und für das Publikum zugleich ein kollektiver Erlebnisraum. Die Besucher*innen treffen im Kunstpalast auf selten oder noch nie gezeigte Arbeiten, Filme und Sound- Installationen. So konzipierte beispielsweise Jean-Michel Jarre aus seiner persön- lichen Sammlung seltener Synthesizer für die Schau ein „imaginäres Studio“.

Folgende Musiker*innen, Designer*innen und Künstler*innen sind unter anderen in der Ausstellung vertreten:
1024 Architecture, Daft Punk, Agnes Dahan, Laurent Garnier, Andreas Gursky, Haqq, Jean-Michel Jarre, Jacob Khrist, Kraftwerk, Christian Marclay, Mouse on Mars, Tina Paul, Bruno Peinado, Marie Staggat-Bazille, Karlheinz Stockhausen, Gisèle Vienne und Sasha Waltz.

Eine Ausstellung des Musée de la Musique - Philharmonie de Paris, produziert und adaptiert in Zusammenarbeit mit dem Kunstpalast. Die Düsseldorfer Schau entstand in enger Zusammenarbeit mit Ralf Hütter.