Die Künstlerin Silke Schatz setzt sich in ihrer neuen Arbeit mit den Folgen des Braunkohletagebaus auseinander. Sie besuchte das Dorf Manheim, das für den Abbau der Kohle fast ganz abgerissen wurde. In der Ausstellung »Silke Schatz – Manheim calling« zeigt sie erstmals Cyanotypien der »Electric Water« Serie, die vor Ort in Manheim entstanden sind. Dieses Bauerndorf blickt auf eine tausendjährige Geschichte der Zusammenarbeit von Mensch und Natur zurück. Aber von den Bauernhöfen stehen nur noch wenige, viele Obst- und Gemüsegärten sind bereits gerodet worden, nur vereinzelt sind noch verwilderte Obstwiesen erhalten. Für die Erweiterung des Braunkohletagebaus kaufte der Betreiber Häuser und Höfe, und ließ sie abreißen. Nicht alle wollen ihr Dorf aufgeben, wenige haben sich bis heute der Enteignung widersetzt oder verhandeln seit Jahren über einen angemessenen Ausgleich.

Seit der Hambacher Forst geschützt wurde, ist es fraglich, ob das Dorf noch abgebaggert werden wird. Die Situation verunsichert nicht nur die wenigen Verbliebenen, sondern auch die umgesiedelten Bewohner:innen. Die Künstlerin hat vor Ort Menschen besucht, die dort gelebt haben oder noch leben. Und sie hat begonnen, Spuren im Ort zu finden und zu dokumentieren. Insbesondere betrachtet sie die Natur auf Brachflächen und in den aufgegebenen Nutzgärten, die nun sich selbst überlassen ist. Ihre Spuren und Früchte hat sie in einem Schattenarchiv zu erfassen begonnen und als Ausgangspunkt für eine künstlerische Auseinandersetzung zum Verhältnis von Mensch zu Natur gewählt.