Die künstlerische Arbeit mit Natursteinen ähnelt einer Wundertüte: Der Bildhauer weiß vor dem Bearbeiten des Steins nie genau, welche Maserungen, Muster und Fehlstellen im Material stecken. In der neueren europäischen Tradition galt ein möglichst makelloser weißer Stein als ideale Grundlage, um Skulpturen umzusetzen. In ihm konnten Motive und Formen sauber herausgearbeitet werden.

Neu bewertet wurden die farblichen und geologischen Qualitäten der Gesteine von nordeuropäischen Bildhauern, die das Material mit der Landschaft verbanden. Und auch ihre modernen, abstrakten Kollegen schätzten es mitunter als belebendes Element ihrer gegenstandslosen Kunst. Heinrich Meyer verbindet diese beiden Stränge: Seine Formen bleiben streng; die Zeichnungen im Stein werden von ihm dagegen so herausgearbeitet, dass sie sich zu Landschaften und Bildern entwickeln. Durch die Individualität der Natursteine erhält jeder Arbeit eine ganz eigene Atmosphäre.

Heinrich Meyer wurde 1963 in Cloppenburg geboren und studierte zunächst Geografie und Musik. Zwischen 1990 und 1993 arbeitete er als Autor für Radio und Printmedien. 1993 fand Meyer über das Bildhauerduo Kubach-Wilmsen seinen Einstieg in die Bildhauerei. Seit 1994 arbeitet der Bildhauer in seinem Atelier in Hamburg.

Heinrich Meyer, Luft, 2009, Marmor
07.11.2021 - 13.02.2022

Heinrich Meyer: Panorama

Gerhard-Marcks-Haus

Am Wall 208
28195 Bremen