Die neue Sammlungspräsentation des Wilhelm-Hack-Museums "Vom Klang der Bilder" widmet sich 6 den Grenz-überschreitungen und Beziehungsformen zwischen Bildender Kunst und Musik des 20. Jahrhunderts. 

Die Berührungspunkte zwischen Bildender Kunst und Musik reichen im 20. Jahr-hundert weit über die Fragmentierung von Instrumenten im Kubismus oder das Portraitieren von Musiker*innen und Komponist*innen hinaus. Vielmehr bereichern und inspirieren sich beide Kunstformen in einer dynamischen Wechselwirkung.

So scheint im Besonderen in der Entwicklung der Abstraktion zu Beginn des Jahrhunderts ein fruchtbarer Dialog zwischen den beiden Künsten auf: Die Befreiung vom Gegenstand lässt die Bildende Kunst musikalische Strukturen, Kompositionsgesetze, rhythmische Bewegungen oder Klangformen ins Visuelle übertragen. Künstler wie Wassily Kandinsky, František Kupka oder Robert Delaunay erkennen, dass Farben – wie Töne – eine eigene Klangqualität besitzen und mit ihrer großen Kraft Emotionen hervorrufen.

Die dialogische Wechselwirkung reißt auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht ab und es lassen sich insbesondere in der ungegenständlichen Malerei weiterhin Analogien zwischen Begriffen wie Komposition, Rhythmus, Wiederholung, Kontrast, Harmonie, Farbton oder Farbklang herstellen. Parallel dazu setzt ein neuer Umgang mit Klang und Ton ein, der insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg erneut aufgegriffen wird. Es werden laute, manipulierte Instrumente oder Alltagsgegenstände zur Klangerzeugung eingesetzt. Das Aufbrechen der Gattungsgrenzen in Fluxus und Pop-Art führt zu experimentellen und innovativen Umsetzungen.

Zu sehen sind Werke von unter anderem René Acht, Mary Bauermeister, Erich Buchholz, John Cage, Jo Delahaut, Robert Delaunay, Rudolf Jahns, Mauricio Kagel, Wassily Kandinsky, František Kupka, Verena Loewensberg, August Macke, Otto Nemitz, Carsten Nicolai, Niki de Saint Phalle, Gino Severini, Karlheinz Stockhausen und Timm Ulrichs.