Anlässlich des 150. Geburtstages des Saarlouiser Karikaturisten, Zeichners und Malers Rudolf Hesse (geboren 1871 in Saarlouis, gestorben 1944 in München) wird erstmals eine große Auswahl von Zeichnungen, Grafiken und Gemälden aus dem Nachlass des Künstlers in der Ludwig Galerie Saarlouis gezeigt. 

Aus der überreichen Schenkung, die die Kreisstadt Saarlouis im Jahr 2018 von der Familie Grüninger-Hesse erhalten hat, bestehend aus über 1.300 Werken sowie zahlreichen Doku-menten (u.a. Notizbücher, Briefe etc.), gewährt die Jubiläumsausstellung einen eindrucksvollen Einblick in das Werk von Rudolf Hesse. Neben der Porträtmalerei lag ein Schwerpunkt seines künstlerischen Könnens in der Karikatur und Illustration. Zahlreiche seiner charakteristischen Zeichnungen wurden in den satirischen Zeitschriften „Kladderadatsch“, „Fliegende Blätter“ und „Jugend“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlicht. Gleichzeitig nehmen die Bilder die Besucherinnen und Besucher mit auf eine sozialkritische Zeitreise zwischen Kaiserzeit, Erstem Weltkrieg und der Weimarer Republik. Die Themenpalette ist sehr weit gespannt. 

In seinen Karikaturen setzt sich Rudolf Hesse mit gesellschaftskritischen Themen wie z.B. Armut, Krieg und Politik auseinander. Ebenso stellt er in seinen Werken öffentliches Leben seiner Zeit vor, wie z.B. Musik, Theater und Zirkus. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Porträts sowie religiöse Darstellungen. Rudolf Hesse ist auch in der Wahl seiner Techniken sehr vielseitig: ob Malerei, Zeichnung oder Grafik, alles beherrscht er äußerst virtuos. Werbegrafik, Buchillustration und Entwürfe für Ex libris gehörten ebenso zu seinem Metier. Neben zahlreichen Auftraggebern war er auch für den Saarlouiser Hausen-Verlag tätig. An erster Stelle sind hier Veröffentlichungen von Johannes Kirschweng zu nennen. 

Seit 2018 wurde der gesamte Nachlass von Rudolf Hesse in der Datenbank „Künstlernachlässe Saar“ (siehe www.künst-lernachlässe-saar.de) erfasst. 

Dies ist ein Projekt in Kooperation mit dem Institut für aktuelle Kunst im Saarland und der Bürgerstiftung Dresden – Dr. C. und M. Hochdörffer-Stiftung.