Unter den Titeln „Verbotene Zonen“ und „Große Prozesse“ steht im Max Ernst Museum Brühl des LVR ab dem 16. Mai eine Doppelausstellung mit rund 120 Gemälden und Zeichnungen von Hartmut Neumann (*1954) und Wolf Hamm (*1974) auf dem Programm.

Hartmut Neumanns großformatige Landschaftsvisionen lassen eine ganz eigene, utopische Sicht auf die Natur erkennen und thematisieren das Verhältnis von Naturgewalten und Zivilisation.„Die Natur mit ihrer kraftvollen Schönheit und ihrer Zerbrechlichkeit ist das alles beherrschende Thema in meiner Arbeit“, erläutert Hartmut Neumann. Der Künstler lebt in Köln und Braunschweig und ist seit 1992 Professor an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. 

Auch Wolf Hamms farbintensive Arbeiten, die in der Technik der Hinterglasmalerei erstellt sind, ziehen die Betrachtenden gleichsam in einen visuellen Strudel. Zum ersten Mal werden in der Ausstellung sechs großformatige Werke seines 2010 begonnenen Zyklus „Die großen Prozesse“ gezeigt, der die Entwicklungsstufen der Menschheitsgeschichte reflektiert. „Ich hoffe, wir werden des Träumens niemals müde“, wünscht sich der in Berlin lebende Künstler: „Kunst ist für mich Raum für Kommunikation, ein Instrument der Selbsterkenntnis.“

In der ersten Doppelausstellung des Museums mit zeitgenössischen Künstlern lassen sich zwei unterschiedliche aktuelle Positionen in der Auseinandersetzung mit dem Werk von Max Ernst und surrealen Bildstrategien entdecken. Museumsdirektor und Kurator Dr. Achim Sommer dazu: „Wolf Hamms leuchtende großflächige Hinterglasmalereien gleichen in ihrer erzählerischen Vielteiligkeit und surrealen Kombinatorik sogenannten Wimmelbildern. Hartmut Neumanns bildgewaltige Landschaftsräume (bzw. -träume), die man – durchaus vergleichbar mit Hamm – so zuvor noch nicht gesehen hat, präsentieren sich als übersteigerte Welten, die bis in apokalyptische Momente hineinreichen.“