Aus dem umfangreichen Œuvre von Käthe Kollwitz (1867–1945) sind vor allem auch die Selbstbildnisse der Künstlerin im kollektiven Gedächtnis fest verankert. Weit weniger bekannt sind ihre Porträts von Familienmitgliedern und Zeitgenossen – darunter namhafte Politiker und Künstlerkollegen ebenso wie unbekannte Männer und Frauen, meist aus der Welt der Arbeiter. Kollwitz hält Physiognomie und Körperhaltung – bisweilen mit skizzenhafter Verve, bisweilen höchst elaboriert – mit Bleistift und Zeichenkohle fest und fertigt repräsentative Druckgraphiken: Radierungen, Lithographien und Holzschnitte. Zumeist nicht im Auftrag, sondern aus Interesse am Menschen entstehen in oft spontanen Augenblicken eindrucksvolle Charakterbilder.

Das Käthe Kollwitz Museum Köln stellt nun erstmals die Porträtwerke aus dem Sammlungsbestand in den Fokus einer eigenen Ausstellung. Zu sehen sind zahlreiche selten gezeigte Exponate, darunter auch das Bildnis der Malerin Hedwig Weiß, unter das Kollwitz notiert »Sie zeichnet mich, ich zeichne sie«, oder das Porträt der Cläry Bartning, Ehefrau des Architekten Otto Bartning – die letzte Lithographie der Künstlerin aus dem Jahr 1942, die in einer Auflage von nur vier Blättern existiert.

Käthe Kollwitz, Männerkopf en face, 1903-1905, Schwarze Kreide, NT 258 © Käthe Kollwitz Museum Köln
19.08. - 26.09.2021

»Der Ausdruck der Augen vergrübelt und fern«. Käthe Kollwitz – Porträts im Fokus

Käthe Kollwitz Museum Köln

Neumarkt 18-24
50667 Köln