Ab dem 10. September 2021 zeigt die Städtische Galerie Neunkirchen die Einzelausstellung „Urban Stories“ der Karlsruher Fotografin Mona Breede, die in ihrem Werk eine unverkennbar eigene Bildsprache entwickelt hat. Nach der Präsentation mit Werken von Andreas Gefeller in diesem Sommer widmet sich das saarländische Ausstellungshaus erneut dem Medium Fotografie und verstärkt so einen seiner programmatischen Schwerpunkte.

Mona Breedes „Urban Stories“ sind auf den ersten Blick typische Bilder einer Großstadt. Man sieht Personen, die an Bushaltestellen warten, durch die Straßen laufen oder versunken in ihr Smartphone schauen. Der städtische Kontext ist dabei immer durch die Architektur gegeben. Mona Breede spricht bei ihren Arbeiten von Choreografien: Als stille Beobachterin verfolgt sie das Verhältnis von Menschen im öffentlichen Raum, und wie eine Regisseurin wählt sie aus ihren Beobachtungen Interaktionen und Bewegungsabläufe aus. Die miniaturhaften Figuren agieren wie auf einer urbanen Bühne, die Bilder gewinnen den Charakter von Tableaus.

Speziell für Neunkirchen entwickelte Mona Breede neue Arbeiten, die Bezug nehmen auf ihre teils in New York und San Francisco entstandenen Werkfolgen. Die Künstlerin hat in der ehemaligen saarländischen Hüttenstadt Häuser, Plätze und Personen fotografiert, und mit diesem Material wird sie für die Städtische Galerie Neunkirchen einen einzigartigen Wandfries aus vielen Aufnahmen gestalten. In neuer Weise wird dadurch, auf den früheren Arbeiten aufbauend, die Wahrnehmung vom städtischen Raum verändert.

Mona Breede, geboren 1968 in Kiel, absolvierte eine Ausbildung für Fotografie in München, bevor sie anschließend künstlerische Fotografie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe studierte. 2009-19 hatte sie verschiedene Lehrtätigkeiten in Karlsruhe inne, u.a. an der Pädagogischen Hochschule, an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung und am Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaften und Studium Generale des Karlsruher Instituts für Technologie. Für ihr Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet: 2013 mit dem renommierten Hanna-Nagel-Preis. 2019-20 war sie Stipendiatin der Jakob und Emma Windler-Stiftung in der Schweiz. Mona Breede zeigte ihre Arbeiten in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen, so in Athen, Berlin, Frankfurt/Main, London, Lyon und Moskau.