Die Ausstellung BIG! zeigt eine Auswahl von mehr als 30 großformatigen Bildern aus dem Sprengel Museum Hannover, die aufgrund ihrer Dimensionen oft nicht im Rahmen unserer Sammlungspräsentationen gezeigt werden können. In der weiträumigen, 7m hohen Ausstellungshalle können sie die ganze Kraft ihrer Wirkung entfalten. Knapp die Hälfte der Arbeiten wird zum ersten Mal überhaupt im Sprengel Museum Hannover ausgestellt, weitere Werke waren seit vielen Jahren nicht mehr zu sehen – insofern bietet die Ausstellung ganz neue Einblicke in spektakuläre, noch wenig bekannte Highlights unserer Sammlung.

Von den 30 künstlerischen Positionen sind nur acht weiblich. Diese Ungleichheit ist kein Zufall, sondern offenbart den Umstand, dass männliche Künstler eher dazu tendieren, ihren künstlerischen Anspruch im XXL-Format zu behaupten, während Künstlerinnen oft weniger die große Geste suchen. In den letzten Jahren hat sich das spürbar verändert und spiegelt sich entsprechend in den letzten Neuzugängen der Sammlung, die nun verstärkt auch Großformate von Künstlerinnen wie Sylke von Gaza, Katharina Grosse, Charline von Heyl, Florentina Pakosta oder Laure Prouvost in den Fokus rückt.

Viele der hier vorgestellten Werke sind Neuzugänge der letzten Jahre. Während der vergangenen 20 Jahre stand dem Sprengel Museum Hannover nur für 2016 ein eigener Ankaufsetat zur Verfügung, von dem das „Große Stillleben N° 5“ von Anton Henning erworben wurde. Alle anderen Neuzugänge sind Schenkungen und Ankäufe von Stiftungen und Partnern, die ihre Erwerbungen als Dauerleihgaben dem Sprengel Museum Hannover zur Verfügung stellen – so etwa die Freunde des Sprengel Museum Hannover e.V., die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Hannover Rück-Stiftung, die Warwick Collection und viele andere. Die Ausstellung macht nicht zuletzt deutlich, welch herausragende Bedeutung diese Unterstützung für die Entwicklung der Sammlung hat.

Eine echte Entdeckung ist auch ein bislang noch nie gezeigtes Werk von Sascha Wiederhold (1904-1962). Er hatte in den 1920er-Jahren ein hochinteressantes, eigenständiges Werk im Umfeld von Herwarth Waldens legendärer Galerie „Der Sturm“ entwickelt, dann aber nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten sein künstlerisches Schaffen aufgegeben. „Figuren im Raum“ von 1928 ist eines von ganz wenigen überlieferten Werken und das größte überhaupt im Oeuvre des Künstlers.

Die Ausstellung versteht sich nicht als systematische Themenaustellung zum Charakter des Großformats, sondern als eine Auswahl von großformatigen Spitzenwerken aus dem Museum. Das Augenmerk bei der Auswahl liegt dabei zum einen auf einer Präferenz für wenig oder noch nie gezeigte Werke, zum anderen aber auch auf der Erschließung von sinnvollen Kontexten und Nachbarschaften. Ganz nebenbei gibt die Ausstellung Einblicke in wichtige Malerei-Bewegungen der modernen und zeitgenössischen Kunst: Der Bogen reicht von geometrischer Abstraktion und Farbfeldmalerei über gestisch-expressive Positionen, Pop Art und Foto-Realismus bis hin zu konzeptuellen Positionen, die den Malereidiskurs in neue Medien und Techniken führen.

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