Auf der Suche nach den Zeichen
Spuren, Mythen und Glyphen vergangener Zeiten
in Höhlen, Wüsten und Gräbern
auf Felsen und in Schluchten
bei den Indios und ihren Schamanen
im Reservat der Sioux
mit Medizinmännern, Geistern und Ritualen
begleitet von Rindern, Hirschen und Hasen
in den Canyons der Black Hills und der Badlands
bedroht und beschützt vom Coyoten, dem Adler,
der Schlange
von Osten nach Westen, von Süden nach Norden
zu den Schäfern, weisen Frauen und Wünschel-
rutengängern
in ein Grenzland an der Elbe, wo Werwölfe
und Korngeister
noch in Erscheinung treten
und Störche Botschaften aus fremden Ländern
bringen
dort fand ich die Zeichen in mir selbst
FRANEK im Juni 1985

Ausgestellte Werke
Die Berlinische Galerie präsentiert aus ihrer Sammlung ausgewählte Arbeiten von FRANEK (Sabine Franek-Koch). In ihren frühen Zeichnungen feiert FRANEK eine paradiesische Welt der körperlichen Liebe und Erotik. Ihre arkadische Szenen sind zugleich nicht frei von Gefährdung und Bedrohung. Schwarze Tusche wird mit heftiger Geste auf das Papier aufgetragen. In den Leerstellen und hellen Grauzonen des Blattes siedeln sich Gruppen schlanker weiblicher Figuren an oder Paare im Liebesspiel an, begleitet von wilden Tieren, dazu Engel und Faune. Thematisch mag dies an Werke von Paul Cézanne und Pablo Picasso erinnern, doch die Handschrift der Künstlerin wurzelt im Abstrakten Expressionismus.

Die 2002 bis 2003 entstandenen Papierarbeiten „Unverstandene Vorkommnisse“ sind Relikte. FRANEK verwendete als Kritzel- und Malunterlagen Blätter von Fehldrucken einer Holzschnittauflage. Dabei ließ sie sich von den geschichteten Farbspuren, Zeichen und Notaten anregen. Sie führte weiter, was der Zufall vorgab und auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist.

Die 1975 und 1999 entstandenen Editionen sind Beispiele für FRANEKs Interesse an der spirituellen Suche nach geistiger und körperlicher Erkenntnis.