Das Haus am Kleistpark zeigt vom 26. August bis zum 31. Oktober 2021 die Ausstellung „Junimond“ von Anna Lehmann-Brauns (*1967). Die in Berlin und Leipzig lebende Künstlerin erzeugt fotografische Bilder, die uns in besondere Räume einladen. Die Ausstellung spannt einen zeitlichen Bogen über 20 Jahre.

Am Beginn der künstlerischen Arbeit von Anna Lehmann-Brauns steht die Serie „Bitterblue“, für die sie Miniaturhäuser baute, beleuchtete und fotografierte. Die entstandenen Aufnahmen vergrößerte sie um ein vielfaches als es die Originalräume waren. Bereits diese Bilder zeigen Anna Lehmann-Brauns Faszination für Licht, Oberfläche und Farben und ihr feines Gespür für Magie.

Sie verwickelt uns beim Betrachten der Bilder in ein Spiel mit der Realität, lädt ein in ein Theater der Erinnerungen, das gerade durch die Abwesenheit jeglicher Protagonist_innen auf das Leben verweist und den Raum für Spekulationen öffnet. Für spätere Arbeiten fotografierte Anna Lehmann-Brauns vorgefundene Räume, doch auch diese sind kulissenhaft. Sie werden zu einer ästhetischen und gesellschaftlichen Studie ohne zu dokumentieren, zu einer Studie, die sich mehr auf die gelebten Träume zu richten scheint, als auf das, was ist.

Mit dem Titel der Ausstellung „Junimond“ verweist Anna Lehmann-Brauns auf das Zeitgefühl eines Westberlins der Achtziger Jahre als eine prägende Ära für ihre Bildwelten. Der gleichnamige Song von Rio Reiser nimmt uns gedanklich mit in eine bestimmte Zeit, für Anna Lehmann-Brauns die der Kindheit und Jugend, zwischen Startbahn West, Frauenbewegung, Wohngemeinschaften und Punk, als Tochter studentenbewegter Eltern. Auch ihre jüngste Arbeit, die in der Türkei entstanden ist, betört durch intensives Licht und besondere Farben. Als Schauplätze dienen ihr Istanbuls Grandhotels, die einst den Aufbruch der Türkei in die Moderne ankündigten, eine Fähre oder einfach der Rand einer Straße – Anna Lehmann Brauns macht sie zu Bühnen, die wir nicht vergessen.