Rückblickend auf Science-Fiction Erzählungen des 20. Jahrhunderts wäre die Gegenwart kaum wiederzuerkennen. Städte bestünden aus einer dreidimensionalen Infrastruktur, innerhalb welcher sich Menschen mittels autonom agierender und schwebender Transportmittel fortbewegen würden. Leben auf dem Mars wäre für diejenigen Menschen möglich, die sich auf Grund ihres Besitzes schon längst für eine neue Welt entschieden hätten. Vor knapp 50 Jahren veröffentlichte der gerade erst gegründete Club of Rome den Bericht Die Grenzen des Wachstums, eine Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft, die den ansteigenden Verbrauch und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen durch den Menschen kritisierte. Das Gleichgewicht könne nur wieder durch Maßnahmen zum Umweltschutz, Kapitalwachstum und Geburtenkontrolle wiederhergestellt werden. In 2001 - Odyssee im Weltraum entwickelt der Bordcomputer HAL 9000 ein Bewusstsein und erzählt schon damals von der Unbändigkeit künstlicher Intelligenz. Aus heutiger Sicht verlieren diese und viele weitere Beispiele nichts an Aktualität, sondern berichten davon, wie sich vor 50 Jahren die Zukunft vorgestellt wurde. Am 20. Juli diesen Jahres brach der Amazon-Gründer Jeff Bezos Richtung All auf und rief dazu auf, ihm es gleichzutun. Wir gleichen die Visionen der Vergangenheit mit der Gegenwart ab und bemerken, die wenigsten Innovationen wurden bis jetzt verwirklicht. Science-Fiction erlaubt es uns, ständig eine Zeitreise anzutreten, egal, wo wir starten.

In der Ausstellung "Science-Ex – timeless travels" machen wir uns auf die Suche nach einer zeitgenössischen Erzählung aus der Zukunft und laden junge Künstler:innen ein, einen Kosmos zu schaffen, der zukünftige Relikte ins Jetzt bringt, der mitunter überirdische Kommunikation ermöglicht und so eine lokale zeitgenössische Sci-Fi-Referenz kreiert.