Im April 2021 präsentiert die Kestner Gesellschaft eine umfassende Einzelausstellung der Künstlerin Camille Henrot (*1978 in Paris, Frankreich). Die in New York lebende Künstlerin beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit dem Streben nach unmittelbaren, privaten Utopien, mit einer Flut von Bildern und Wissen, mit Kreativität und Schöpfungsmythen. In Zeichnungen, Kalkputz-Freksen, großformatigen Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten verhandelt sie Ordnungskategorien und Elemente des unmittelbaren Lebens. Bekannt geworden ist Henrot vor allem durch die Videoarbeit »Grosse Fatigue« (2013), auf der Biennale in Venedig wurde sie dafür mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Das Video erzählt dieGeschichte des Universums in 13 Minuten. Darin kombiniert sie unterschiedliche Schöpfungsgeschichten, Chaos-Theorie, Big Bang und banale Internet-Fundstücke. enrots Installationen sind häufig von einer umfangreichen Recherche begleitet, nach der die Künstlerin unter anderem historische, philosophische und literarische Quellen mit persönlichen Erfahrungen verknüpft. Henrot inszeniert diese materiellen und geistigen Fundstücke im Ausstellungsraum und verweist mit einem Augenzwinkern auf eine umfassende Fülle von tradierten Darstellungen, Ritualen und neueren Internetfundstücken. 2020 ist Camille Henrot unter anderem mit einer Einzelausstellung in der National Gallery of Victoria in Melbourne, Australien, und auf der Liverpool Biennale, England, vertreten. Ihr Werk wurde international mit umfassenden Einzelausstellungen unter anderen am im Palais de Tokyo, Paris (2017), der Kunsthalle Wien (2017) und dem New Museum, New York (2014), gewürdigt.