Mit OUT OF SPACE untersucht die Hamburger Kunsthalle, wie Künstler*innen seit den 1960er Jahren bis heute »Raum« definieren und konstruieren: Positionen der Minimal Art und der Konzeptkunst werden dazu in einen Dialog mit Arbeiten junger zeitgenössischer Künstler*innen gebracht, die mit ihren Werken eine Auseinandersetzungen mit dem physischen Raum im Angesicht des Digitalen erfahrbar machen. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die performative Arbeit Untitled (1968) von Robert Morris – einem der wichtigsten Vertreter des Mini-malismus: 16 im Raum angeordnete Aluminiumgitter können wie ein Labyrinth begangen werden, was die Besucher*innen selbst zum Gegenstand der Betrachtung und zum Teil der Installation macht. Insgesamt werden (Raum-)Installationen, Skulpturen und Videos von rund 20 internationalen Künstler*innen in vier Themenkomplexen präsentiert: Der eigene Körper als Medium der Raumwahrnehmung; Raum in seiner (multimedialen) Erweiterung; Raum als Sinneserfahrung; Raum als Medium der Architektur. Unter den ausgestellten Arbeiten sind sowohl Werke aus der Sammlung der Kunsthalle – darunter neueste Schenkungen und Ankäufe – sowie Leihgaben von jungen Künstler*innen aus Hamburg, Köln und Berlin, die teils eigens für OUT OF SPACE entstanden sind: Die digitalen Arbeiten von Armin Keplinger (*1982) und Manuel Rossner (*1989) ermöglichen den Besucher*innen, sich mit VR(Virtual Reality)-Brillen in einer virtuellen Erweiterung der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle zu bewegen.

Noch bevor mit dem Spatial Turn Ende der 1980er Jahre Räume nicht nur in physischen und geographischen Kategorien begriffen, sondern auch als soziale Konstrukte und gesellschaftliche Ordnungen definiert wurden, untersuchten die amerikanischen Minimalisten mit reduzierten Formensprachen die Interaktion von Raum, Objekt und Akteur*innen. In den vergangenen 30 Jahren hat sich das Leben unaufhaltsam ins Digitale verlagert und den Raumbegriff drastisch verändert und erweitert: Raum wird heute zunehmend medial konstruiert. OUT OF SPACE spannt einen Bogen bis zu den heutigen künstlerisch-konzeptionellen Auseinandersetzungen rund um die Definition von Raum, die nichts von ihrer Aktualität verloren haben.

Beteiligte Künstler*innen: Jürgen Albrecht, Angela Anzi, Cabrita, Dan Graham, Jacqueline Hen, Armin Keplinger, Hubert Kiecol, Jan Köchermann, Axel Loytved, Gordon Matta-Clark, Robert Morris, Bruce Nauman, Charlotte Posenenske, Manuel Rossner, Monika Sosnowska und Haegue Yang