Die bemerkenswerte Dichte und Kompetenz in der Fotografie und verwandter Medien in der Region Frankfurt/Rhein-Main international sichtbar zu machen, ist erklärtes Ziel der internationalen Triennale RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain. Die inzwischen vierte Ausgabe von RAY widmet sich vom 03.06.–12.09.2021 mit Ausstellungen, Events und einem Festival dem Thema IDEOLOGIEN. Als eines der fünf zentralen Ausstellungs- häuser von RAY 2021 zeigt das FOTOGRAFIE FORUM FRANKFURT (FFF) Arbeiten von Akinbode Akinbiyi, Johanna Diehl und Qiana Mestrich. Der Künstler und die beiden Künstlerinnen erkunden unter dem Motto »After IDEOLOGIES« oder »IDEOLOGIEN, deshalb« die Wirkung von Ideologien auf Biografie und Identität einzelner Personen und ganzer Gesellschaften.

Akinbode Akinbiyi (*1946, UK/NI) beobachtet als Wanderer mit der Kamera das sich verändernde Leben in urbanen Räumen – in Afrika oder auch in Berlin, wo er seit langem lebt. In seinen Serien Sea Never Dry, African Quarter und Lagos: All Roads lenkt der global agierende Künstler den Blick auf unspektakuläre Straßenszenen – und darin auf Spuren vergangener und gegenwärtiger Ideologien aus Religion, Politik oder Wirtschaft. Mit ganz eigener Ästhetik zeigen seine Arbeiten alltägliche Aktivitäten an Orten, die Systeme der Unterdrückung überwunden haben oder entstehenden Ideologien Raum geben. Eigens für RAY 2021 hat Akinbode Akinbiyi im Frühjahr 2021 das neue fotografische Projekt Frankfurt/Main erarbeitet, das nun im FFF erstmals zu sehen ist.

Johanna Diehl (*1977, DE) beschäftigt sich mit Orten und Objekten, die Träger komplexer politischer und sozialer Umbrüche sind. Dabei untersucht sie, inwieweit die ursprüngliche, inzwischen abwesende Funktion weiterhin präsent ist. In ihrem Werk Ein ruhiger Tag verarbeitet die Künstlerin die Tagebücher ihrer Großmutter zu einer konzeptuellen Arbeit über das Schweigen und Nichtgesagte in der Aufzeichnung eines Familienlebens. Mit ihren Arbeiten Das imaginäre Studio, Eurotopians und Cults of Performance zeigt Diehl den Einfluss von Ideologien auf Design, Musik, Architektur und Interieur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Mit ihrer Arbeit Thrall beteiligt sich Qiana Mestrich (*1977, US), Amerikanerin erster Generation und multidisziplinäre Künstlerin, an der politischen und kulturellen Diskussion über weiße Vorherrschaft und schwarzes Bewusstsein. Mestrich inszeniert Bilder, zum Teil mit ihrer Familie, zur Befragung von Rassismus- und Schönheitsideologien. Materialien wie Haare, Pflanzen oder Hühnerknochen verwendet sie in überraschenden Konstellationen – als Aufforderung zum Blickwechsel. Ihre typologische Serie Namesake zeigt Frauen mit dem Vornamen Qiana, deren Porträts sie bei der Recherche nach ihrer Namensherkunft online fand.

Das FFF zeigt Qiana Mestrichs Arbeit anlässlich von RAY 2021 erstmals in Deutschland.

The Right to Wear War, 2020, aus der Serie Thrall © Qiana Mestrich Courtesy: sepiaEYE Gallery, NY
03.06. - 12.09.2021

RAY 2021 IDEOLOGIEN: Akinbode Akinbiyi, Johanna Diehl und Qiana Mestrich

Fotografie Forum Frankfurt

Braubachstraße 30-32
60311 Frankfurt am Main