Im Rahmen der Förderung professionell arbeitender Berliner Künstler_innen zeigen wir in der Gruppenausstellung „Deceleration“ Arbeiten der Nominierten zum Kunstpreis des Haus am Kleistpark 2020/21. Die gezielte Verlangsamung einer sich ständig beschleunigenden Welt steht im thematischen Fokus der Ausstellenden David Edward Allen, Martin Bothe, Yvon Chabrowski, Paula Doepfner, Thilo Droste, Daniela Friebel, Kati Gausmann, Uwe Henneken, Kenji Ouellet, Jens Pecho, Lisa Peters, Christian Pilz, Lisa Premke und Marike Schuurman. Zu sehen sind Arbeiten aus allen Bereichen der Bildenden Kunst: Fotografie, Konzept, Malerei, Skulptur, Video und Zeichnung. Die unabhängige Jury um den Kunsthistoriker und Kurator Andreas Fiedler hat die Nominierten aus 255 Bewerbungen ausgewählt, der/die Preisträger_in wird am Tag der Ausstellungseröffnung bekannt gegeben. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

So vielfältig wie die Aspekte des Begriffs „Deceleration“ sind die eingereichten Arbeiten der nominierten Künstler_innen: Kati Gausmann hebt das zeitliche Nacheinander auf, indem sie plattentektonische Prozesse mehrerer hundert Millionen Jahre irdischer Existenz in ihrer Wandzeichnung zusammenführt. Kenji Ouellet komponiert Bild und Ton in seinem Film zu einem abstrahierten Gehirn und lässt dessen Überreiztheit augenscheinlich werden. Die wache Nacht einer Metropole.

Mit ihrer Plastik, einem performativen akustischen Objekt, entwickelt Lisa Premke eine Metasprache für die Umwälzungen sozio-kultureller Bereiche. Ein Motor versetzt in zufälligen Wechselkombinationen recycelte Teppichrollen in Bewegung und erzeugt durch die Reibung Geräusche.
Vor dem Hintergrund der Corona-Krise setzt sich Martin Bothe mit Eindrücken des pandemie-bedingten Stillstands auseinander. „still life“ erklärt er schwarz auf weiß – im Sinne von there is still life und bewirbt in seiner textbasierten, ironischen Arbeit in eleganter Einfachheit das Leben selbst. Zu sehen auch auf einer Plakatwand an der Potsdamer-/Ecke Alvenslebenstrasse vom 8.-17.6.2021 und 29.6.-8.7.2021.

Matthias Steuckardt, Stadtrat für Bildung, Kultur und Soziales in Tempelhof-Schöneberg, äußerte sich wie folgt: „Nach langer Zeit ausschließlich virtueller Präsentationsmöglichkeiten freuen wir uns, Künstler_innen wieder einen Raum für Öffentlichkeit bieten und unserem Publikum neue Ausstellungen zeigen zu können. Denn es macht das Wesen der Kunst aus, sie in ihrer Drei-dimensionalität im Raum zu erfahren. Keine gedruckte oder digitale Präsentationstechnik kann einen Ausstellungsbesuch ersetzen, der immer auch ein soziales Ereignis, ein Moment der Begegnung nicht nur mit Kunst, sondern auch mit anderen Menschen ist.”

© Daniela Friebel, „o.T. (Baum)“, aus der Arbeit „TIME AND AGAIN“, 2020
11.06. - 15.08.2021

Deceleration - 18. Kunstpreis des Haus am Kleistpark 2020/21

HAUS am KLEISTPARK

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