Marina Abramovic fasziniert mit Performance, Filmen und zuletzt dem Opernprojekt 7 Death of Maria Callas weltweit ihr Publikum. Weniger bekannt ist, dass die Pionierin der Performance Art in ihrer Anfangszeit in den 1970er Jahren bis ins Jahr 2000 auch in Tübingen, in der Galerie Ingrid Dacic, zu Gast war. Die Ausstellung der Kunsthalle Tübingen widmet sich jetzt erstmals den spirituellen Aspekten im Werk von Marina Abramovic.

An die Tradition der europäischen Mystik anknüpfend, hat die Pionierin der Performance Art in den letzten fünf Jahrzehnten ihres Schaffens einen undogmatischen, individuellen Zugang zum Transzendenten entwickelt, der die religiösen Traditionen um schamanistische, alchemistische und buddhistische Elemente erweiterte. Die von Nicole Fritz in enger Zusammenarbeit mit Marina Abramovic und ihrem Studio kuratierte Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen widmet sich erstmals den spirituellen Aspekten im Werk der Künstlerin und folgt ihrem Rite de Passage – ihrer Reise ins eigene Innere – an ausgewählten Hauptwerken.
Am Ende ihrer Entwicklung steht die im wahrsten Sinne des Wortes selbstbewusste Künstlerin, engagierte Impulsgeberin und charismatische Performance-Lehrerin Marina Abramovic, die ihre Erfahrungen in Workshops und dem von ihr gegründeten Marina Abramovic Institute (MAI) weitergibt, um das Publikum in kollektiven Übungen über die Kunst wieder mit sich selbst in Kontakt zu bringen.

Portrait of Marina Abramovic, 2018 Foto: Carlo Bach
24.07.2021 - 13.02.2022

Marina Abramovic: Jenes selbst / unser selbst

Kunsthalle Tübingen

Philosophenweg 76
72076 Tübingen