Kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 ist die in Berlin lebende Fotokünstlerin Mila Teshaieva in ihre Heimatstadt Kiew gereist. Sie wollte diesen dramatischen historischen Moment für ihr Land und Europa miterleben und festhalten: Von den ersten Kriegstagen, als russische Truppen Kiew einzukesseln versuchten und die Menschen in Panik flohen, bis zu den letzten Apriltagen, als die erdrückenden Folgen der Kriegsverbrechen in der Region um die Hauptstadt Kiew entdeckt wurden. 

Mila Teshaievas Tagebuch wurde zuerst auf der Internetplattform dekoder.org veröffentlicht. Es enthält persönliche Aufzeichnungen der ersten Kriegsmonate in Bild und Text und dokumentiert das Leben während des Krieges, das sowohl von Zerstörung als auch von Einheit und Widerstand geprägt ist. 

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: „Mila Teshaievas Fototagebuch vermittelt einen Eindruck des Kriegsalltags, der in seiner eindringlichen Bildsprache außerordentlich nah geht. Es freut mich, dass wir diese wichtige Ausstellung in so kurzer Zeit realisieren konnten. Dafür möchte ich sämtlichen Beteiligten herzlich danken, allen voran der unglaublich engagierten Künstlerin, aber auch dem Kuratorium Preußischer Kulturbesitz für dessen großzügige Unterstützung.“ 

Elisabeth Tietmeyer, Direktorin des Museums Europäischer Kulturen: „Mila Teshaieva verbindet gründliche wissenschaftliche Analyse mit einer ganz besonderen Ästhetik. Unserem Museum, das sich mit seiner Forschung unter anderem auf Veränderungen des alltäglichen Lebens in Europa konzentriert, ist sie schon seit Längerem verbunden. Als wir von ihrem Tagebuch-Projekt erfuhren, war für uns daher sofort klar, dass wir daraus eine Ausstellung machen müssen.“

1974 in Kiew geboren und dort aufgewachsen, lebt Mila Teshaieva seit 2010 auch in Berlin. Teshaieva nutzt Fotografie, Video und Text in Langzeit-Projekten, um die Spannung zwischen individueller und kollektiver Identität zu beschreiben. Ihre Werke werden in Museen weltweit ausgestellt und sind in einigen öffentlichen Sammlungen vertreten. 2018/2019 zeigte das MIT Museum Boston die umfassende Werkschau „IMAGINED COMMUNITY“. Seit 2016 ist sie Mitglied der Agentur Ostkreuz. 

Die Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen wird gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 10:00 - 17:00 Uhr
Samstag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr 
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: smb.museum

24.06.2022 - 15.01.2023

Splitter des Lebens. Ein Ukraine-Tagebuch

Museum Europäischer Kulturen

Arnimallee 25
14195 Berlin