Rainer Mordmüller (geb. 1941) ist Maler und Grafiker, doch zeigen sich in seinem OEuvre immer wieder Bezüge zur Skulptur. Bereits 1962, zu Beginn des Studiums in Berlin, beeinflusste der Bildhauer Fritz Wotruba seine Auffassung von Figur, wie auch an einigen Beispielen in der Ausstellung zu sehen ist. Als erste eigene skulpturale Artefakte entstanden 1963 verschiedene Marionetten. 1984/85 modellierte Mordmüller erstmals eine Gruppe von Plastiken, seit 2019 kam eine zweite Reihe hinzu. Alle sind über ein frei zu biegendes Drahtgerüst locker aus Wachs modelliert und anschließend als Unikate gegossen. In ihrem leichten, raumgreifenden und bewegten Gestus nehmen sie Charakteristika von Mordmüllers Malerei auf. Bis in die 1980er-Jahre zeichnen sich viele malerische und grafische Arbeiten durch eine Konzentration auf die Figur aus, die mehr oder minder einzeln agiert, auch wenn sich mehrere Gestalten auf dem Bildträger befinden. Seit Mitte der 1980er-Jahre bezieht sich Mordmüller auf historische Gemälde, aus denen er Szenen extrahiert, transformiert und in die eigene Bildsprache überführt. Rainer Mordmüller studierte ab 1961 an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin, war ab 1968 als Kunstpädagoge in Bremen tätig und wurde 1980 an die Universität Osnabrück berufen. Er lebt und arbeitet in Bremen, Paris und Venedig. 

Rainer Mordmüller, Zu zweit, 1985, Bronze
27.02. - 29.05.2022

Rainer Mordmüller: Der Maler und die Skulptur

Gerhard-Marcks-Haus

Am Wall 208
28195 Bremen