Joseph Beuys wurde in der Kestner Gesellschaft 1975 und 1990 mit zwei umfassenden Einzelausstellungen gewürdigt, die von unserem ehemaligen Direktor Carl Haenlein unter Mitwirkung der langjährigen Weggefährten von Beuys, Joseph und Hans van der Grinten, kuratiert wurden. 

Mit einer Sonderpräsentation von Susan Hillers „Homage to Joseph Beuys: First Aid“ (1969-2016) wird an diese beiden herausragenden Ausstellungen und, anlässlich des Beuys-Jubiläumsjahrs 2021, an den Künstler selbst erinnert. 

Über 40 Jahre lang sammelte Susan Hiller Weihwasser von heiligen Stätten, Brunnen und Bächen auf der ganzen Welt und stellt ihre Proben in Glasflaschen in antiken mit Filz verkleideten Medizinschränken aus. Die Serie bezieht sich auf die Art und Weise, wie Beuys, der an die heilende Kraft von Natur und Spiritualität glaubte, gewöhnliche Materialien mit sakralen Werten ausstattete. Darüber hinaus thematisiert sie hartnäckige Glaubensvorstellungen in der Volkskultur. Auch die Art der Präsentation bezieht sich auf die Vorliebe von Beuys, besondere Dinge in Vitrinen zu präsentieren. 

Susan Hiller huldigte neben Joseph Beuys weitere Künstler*innen des 20. Jahrhunderts, so wie Gertrude Stein, Marcel Duchamps oder Yves Klein. Hillers Hommagearbeiten sind Akte des Wiederaufgreifens, die eine kritische und feierliche Hommage an deren Werke darstellen.