Die Ausstellung widmet sich der (Selbst-)Darstellung in der Kunst vom späten 19. Jahrhundert bis heute. Im Besonderen geht es darum, wie sich gesellschaftliche und soziale Codierungen in Bilder vom Menschen einschreiben und wie sie wirken – historisch und gegenwärtig. Die Ausstellung will jene Ambivalenzen, Spielräume und Irritationen zeigen, die zwischen den Darstellungen von Subjektivität und den gesellschaftlich etablierten Rollenmustern und Konventionen zu finden sind, die beispielsweise durch Herrschaftsstrukturen geprägt sind.

Dabei lassen sich tradierte Differenzen – auch in der Darstellung – zwischen dem angeblich „Normalen“, also dem vermeintlich Bekannten, und dem „Fremden“ bzw. „Anderen“ beobachten. Die meisten Bildnisse von Menschen in europäischen Museumssammlungen bilden kaum gesellschaftliche Diversität ab, sondern spiegeln die immer noch herrschende Dominanz einer ausgesuchten (weißen) Minderheit.

Die ausgestellten Werke sind Schauplätze, in denen Selbst- und Fremd-Darstellung inszeniert und zur Anschauung gebracht werden. Neben Gemälden von Oskar Kokoschka, Emmy Klinker, Maria Blanchard, Ferdinand Hodler, Francis Bacon und Paula Modersohn-Becker werden einige eindrückliche fotografische Selbstporträts von Zanele Muholi (*1972, Umlazi, Südafrika) gezeigt, die auf subtile Weise mit geschlechtsspezifischen Konventionen spielen. Weitere Positionen sind u. a. Senga Nengudi, Miriam Cahn, Klaus Rinke, Tobias Zielony und WOLS.

Paula Modersohn-Becker, Mädchenbildnis mit gespreizter Hand vor der Brust, 1905, Von der Heydt-Museum Wuppertal
21.08.2022 - 29.01.2023

Fremde sind wir uns selbst: (Selbst-)Bildnisse von Modersohn-Becker bis Muholi

Von der Heydt-Museum

Turmhof 8
42103 Wuppertal