Das Museum St. Wendel eröffnet am Freitag, den 20. Mai 2022 eine Ausstellung mit Arbeiten der Frankfurter Künstlerin Emilia Neumann. Zu sehen ist die für St. Wendel geschaffene Werkgruppe „Ectasium“ aus expressiven hängenden Skulpturen sowie eine Reihe von Papierarbeiten unter dem Titel „Hills and bodies“.

Der Ausstellungstitel verweist auf einen rund 1,3 Milliarden Jahre zurückliegenden geologischen Zeitabschnitt, in dem sich der Superkontinent Rodinia herausgebildet haben soll. In dieser Periode der Erdgeschichte sind Spuren ersten Lebens nachweisbar.

Wechselnde Aggregatzustände, Bewegung und Erstarrung, Ganzheit und Fragment und damit einhergehend zeitliche Ausdehnung und Augenblick – das sind Faktoren, die sich in den Arbeiten der Bildhauerin Emilia Neumann niederschlagen und wesentlich für ihre künstlerische Praxis sind.

Emilia Neumanns Arbeitsmaterialien sind oftmals Fundstücke vom Schrottplatz, die sie mit Silikon abformt. Diese Formen bearbeitet und verändert sie, um sie dann mit Gips auszugießen. In den noch flüssigen Gips arbeitet sie Farbpigmente ein, wodurch die expressive Farbgebung der Skulpturen entsteht. Die Ausgangsform ist nicht mehr eindeutig zu identifizieren. So entstehen Variationen von Mischwesen, die zugleich technisch als auch organisch anmuten und vielfältige Assoziationen hervorrufen. Sind es Überbleibsel einer fernen Vergangenheit oder Vorboten einer fernen Zukunft?
Ihnen gegenüber gestellt sind zwei große Formationen mit ebenso bewegter farbiger Oberfläche.  Nur leicht sich berührend scheinen sie gerade im Augenblick des Auseinanderbrechens innezuhalten.

Der mit dem Ausstellungstitel hergestellte Bezug zu erdgeschichtlichen Formationen und Entstehungsprozessen zeigt sich auch in den farblich nuancierten poetisch verdichteten Papierarbeiten.

Die in verschiedenen Flüssigkeiten gelösten Farbpigmente bilden auf dem Papier Formen, die gleichermaßen Assoziationen an Gebirgslandschaften als auch an mikroskopische organische Strukturen wecken.

Emilia Neumann, 1985 in Offenbach am Main geboren. Studium der Bildhauerei bei Prof. Wolfgang Luy und Georg Hüter an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und bei José Luis Vicario an der Facultad de Bellas Artes Alonso Cano, Granada, Spanien. 2013 Diplom mit Auszeichnung bei Prof. Wolfgang Luy in Bildhauerei und Prof. Dr. Marc Ries in Soziologie/Theorien der Medien. 2016 bis 2017 Lehrauftrag für Bildhauerei/Leitung der Gips- und Tonwerkstatt an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach.

Emilia Neumann lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
Seit 2013 regelmäßige Ausstellungstätigkeit. Neben mehreren anderen Auszeichnungen erhielt sie 2022 das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn. Werke von ihr befinden sich u. a. in der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland. Arbeiten im öffentlichen Raum in Ulm, Köln und im Gebäude des Bundesrates in Berlin.

Zur Ausstellung gibt es ein Katalog.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Mittwoch: 10:00 - 16:30 Uhr
Donnerstag: 10:00 - 18:00 Uhr
Freitag: 10:00 - 16:30 Uhr
Samstag: 14:00 - 16:30 Uhr
Sonntag und Feiertage: 14:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: museum-wnd.de

E.F. I, 2022, Polymergips, Pigment, Aluminium, 477 × 312 × 35 cm?© VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: Jens Gerber
20.05. - 07.08.2022

Emilia Neumann: Ectasium. Skulpturen und Papierarbeiten

Museum St. Wendel - Mia Münster-Haus

Wilhelmstraße 11
66606 St. Wendel