Die Staatsgalerie Stuttgart zeigt zum 100-jährigen Jubiläum der Uraufführung des Triadischen Balletts von Oskar Schlemmer die Ausstellung »Moved by Schlemmer. 100 Jahre Triadisches Ballett«. Gezeigt werden die aus den 1920er-Jahren erhalten gebliebenen Original-Figurinen in einer Präsentation aus raumfüllenden Installationen der drei zeitgenössischen Künstlerinnen Ulla von Brandenburg, Kalin Lindena und Haegue Yang. In diesem Spannungsfeld geht man der Frage nach, welche Relevanz Schlemmers Werk für die Gegenwartskunst hat. 

Am 30. September 1922 wird das Triadische Ballett von Oskar Schlemmer im Württembergischen Landestheater in Stuttgart uraufgeführt. Die Faszination dieses außergewöhnlichen Gesamtkunstwerks, das bildende Kunst, Tanz und Kostüm zusammendenkt, ist bis heute ungebrochen. Schlemmers erhaltene Originalfigurinen, die sich seit den 1970er-Jahren im Besitz der Staatsgalerie befinden, zählen zu den Highlights der Sammlung. Warum und auf welche Weise bewegt das Triadische Ballett auch hundert Jahre nach seiner Entstehung unsere Besucherinnen und Besucher? Und worin zeigt sich Schlemmers Relevanz für die Gegenwartskunst? Die Ausstellung »Moved by Schlemmer« bettet die historischen Figurinen in eine Präsentation aus raumfüllenden Installationen dreier zeitgenössischer Künstlerinnen ein und holt einen außergewöhnlichen Moment Stuttgarter Geschichte auf die Bühne der Gegenwart.

»Kulturvermittlung muss auf Teilhabe zielen«, sagt Staatssekretärin Petra Olschowski und lobt das Ausstellungskonzept der Staatsgalerie: »›Moved by Schlemmer‹ setzt mit vielfältigen Kooperationen und durch ein abwechslungs­reiches Begleitprogramm darauf, vielen Menschen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Die Staatsgalerie Stuttgart betrachtet das Werk Schlemmers hier mutig im Spiegel der Gegenwart und trägt in großem Maß dazu bei, die Errungenschaften des Künstlers im historischen Rückblick zu würdigen und seine künstlerische Relevanz für die Jetztzeit zu bekräftigen.«

Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin Staatsgalerie, sagt: »Das Triadische Ballett von Oskar Schlemmer ist seiner Uraufführung 1922 ständige Inspiration für Künstlerinnen und Künstler aller Medien. Dies verdeutlichen auch 100 Jahre später die Arbeiten von Ulla von Brandenburg, Kalin Lindena und Haegue Yang auf eindrucksvolle Art und Weise.«

Ausgangspunkt der Ausstellung ist Schlemmers Konzept des Triadischen Balletts als Tanz der Dreiheit, der sich in drei Stimmungen vom Heiter-Burlesken über das Festlich-Getragene hin zum Mystisch-Fantastischen steigert. Ulla von Brandenburg, Kalin Lindena und Haegue Yang reagieren jeweils auf eine Stimmung und konfrontieren Schlemmers Überlegungen mit ihren eigenen künstlerischen Fragestellungen. Ein Blick auf die Rezeptionsgeschichte zeigt zudem, wie stark der Einfluss des Triadischen Balletts – von der Musik bis hin zur Mode – bis heute geblieben ist, aber auch, welche kritischen Fragen das Schlemmer’sche Werk hundert Jahre nach seiner Entstehung im Heute provoziert.

Dr. Susanne Kaufmann-Valet, Kuratorin, sagt: »Es ist sehr beeindruckend zu sehen, wie aktuell das Triadische Ballett von Oskar Schlemmer bis heute geblieben ist. Mit ihren raumgreifenden Installationen holen die drei Künstlerinnen Ulla von Brandenburg, Kalin Lindena und Haegue Yang einen außergewöhnlichen Moment Stuttgarter Tanzgeschichte auf die Bühne der Gegenwart.«

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit Bauhaus Dessau, Produktionszentrum Tanz + Performance e.V., Theaterhaus Stuttgart, Staatsoper Stuttgart und mit unseren Medienpartnern SWR2, Stuttgarter Nachrichten, Stuttgarter Zeitung sowie mit freundlicher Unterstützung von Baden-Württemberg Stiftung, Art Mentor Foundation Lucerne, Wüstenrot Stiftung, Freunde der Staatsgalerie.

Poster zu Moved by Schlemmer, 2022, Staatsgalerie Stuttgart, © Staatsgalerie Stuttgart
10.04. - 09.10.2022

Moved by Schlemmer. 100 Jahre Triadisches Ballett

Staatsgalerie Stuttgart

Konrad-Adenauer-Str. 30 - 32
70173 Stuttgart