Die Ausstellung „Alle Kunst will Musik werden“, nach einem Zitat von Armin Mueller-Stahl, vermittelt einen Überblick über sein gesamtkünstlerisches Schaffen – ermöglicht Einblicke in sein malerisches und literarisches Œuvre sowie Rückblicke auf seinen Werdegang als Schauspieler. Im Fokus stehen Gemälde und Malereien auf Papier zum Thema „Jazz“, die in den letzten beiden Jahren entstanden sind und erstmals in der Kunsthalle Rostock der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Als Schauspieler, aber auch als Maler, Grafiker, Musiker und Autor hat Armin Mueller-Stahl (*1930 in Tilsit/Ostpreußen) im Deutschland der Nachkriegszeit seinen einzigartigen künstlerischen Weg begonnen. Dieser führte ihn über beide deutsche Staaten der Vorwendezeit bis nach Hollywood. Mit seinem vielseitigen künstlerischen Schaffen stellt er eine Ausnahmeerscheinung in der Kunst des 21. Jahrhunderts dar.

Die Präsentation in der Kunsthalle Rostock umfasst rund 65 Werke, darunter Gemälde, Malereien und Zeichnungen auf Papier aus den letzten sieben Jahren. Aber auch einige frühe Werke des Künstlers aus den 1950er Jahren erzählen von seinen Anfängen als Maler.

Das Darstellen, Musizieren, Schreiben und Malen haben für ihn eine synergetische Relation zueinander und liefern entscheidende Impulse für sein gesamtkünstlerisches Schaffen. Es sind vor allem Begegnungen mit Menschen – Freunde, Wegbegleiter, wichtige Persönlichkeiten der Geschichte und Gegenwart –, aber auch einschneidende persönliche Erlebnisse, philosophische und gesellschaftspolitische Fragestellungen, das aktuelle Zeitgeschehen sowie die Musik, welche ihn dazu bewegen, die Malutensilien zu greifen. Anhand exemplarisch ausgewählter Werke werden Motive und The-men des Künstlers in der Ausstellung nachvollziehbar. Zudem zeigt ein aktueller Film Armin Mueller-Stahl im Interview.

Den größten Raum nimmt die neue Werkgruppe „Jazz“ ein. Mit einer figurativ-expressiven Malweise bildet Armin Mueller-Stahl hier nicht nur Musiker ab, sondern lässt ihre Instrumente hörbar und spürbar werden. Farbklänge, Rhythmen, unter-schiedliche Tempi oder Lautstärken sind wahrnehmbar. Im Ensemble erzeugen sie verschiedene Kompositionen.

Der Filmraum der Ausstellung bietet Besucher:innen die Möglichkeit, sich auf eine Rei-se durch die Filmgeschichte Armin Mueller-Stahls zu begeben. In den ausgestrahlten Filmsequenzen wird Armin Mueller-Stahl in einigen seiner Rollen zu erleben sein. Gegenübergestellte Kunstwerke machen wiederum deutlich, dass sich sein schauspielerisches und malerisches Schaffen stets gegenseitig beeinflussen.

Im Rahmen der Ausstellung werden neben Führungen und Gesprächsrunden an mehreren Sommerkinotagen Filmvorführung am Gräsergarten im Skulpturenpark angeboten.