Während Luft im alltäglichen Leben normalerweise als Selbstverständlichkeit betrachtet wird, erscheint sie in aktuellen gesellschaftlichen Diskursen als zentrales Element: Seit der Coronakrise tragen wir Mund-und-Nasen- Schutz, um andere vor unserer Atemluft zu schützen, Wissenschaftler:innen untersuchen, welche Rolle Aerosole bei der Übertragung des Coronavirus spielen, und Fridays for Future kämpft für saubere Luft gegen den Klimawandel.

Im Fokus der Ausstellung steht Luft als Träger von Formen und Ideen. Als solcher tritt sie seit der Moderne in den bildenden, angewandten, aber auch darstellenden Künsten in Erscheinung. Piero Manzoni verewigte seinen „Künstleratem“, Andy Warhol ließ Silver Clouds im Raum umherschweben. In den 1970er-Jahren tauschten Marina Abramovi? und Ulay ihre Atemluft bis kurz vor der Ohnmacht aus, und Yoko Ono bot Luft handlich verpackt im Kaugummiautomaten an. Bis zu seinem Tod schuf der Zero-Künstler Otto Piene spektakuläre Inflatables und Sky Events. Das Künstlerpaar Lang/Baumann ergänzt solide Gebäude durch riesige Luft-Architekturen. Zu den neuesten Arbeiten in der Ausstellung zählt die große Außeninstallation der Pollution Pods von Michael Pinsky, in denen die Luftverschmutzung in den Metropolen der Welt nacherlebt werden kann.