Die Hamburgerin Mary Warburg, geb. Hertz (1866–1934), gehört bis heute zu den weitgehend unbekannten Künstlerinnen der Moderne. Bereits zu Lebzeiten stand sie im Schatten ihres Ehemanns, des Kunsthistorikers Aby Warburg (1866–1929), der durch seine Kulturwissenschaftliche Bibliothek und den epochalen Bilderatlas MnemosyneBerühmtheit erlangte.

Nun würdigt das Ernst Barlach Haus Mary Warburg mit einer Werkschau, die rund 50 Arbeiten aus fast ebenso vielen Jahren versammelt – Jahre, in denen sich Warburgs künstlerische Ambitionen immer wieder gegen gesellschaftliche Konventionen und familiäre Verpflichtungen behaupten mussten. Zu sehen sind Zeichnungen, Pastelle und plastische Arbeiten, deren Auswahl Warburgs Hauptinteressen folgt. In ihren stimmungsvollen Reisebildern, impressionistisch gefärbten Hamburg-Ansichten und Porträts von Familienmitgliedern und Freunden zeigt sie sich als feinfühlige Beobachterin mit wachem Auge und geschulter Hand.

Grundlage für die Schau ist eine 2020 von Bärbel Hedinger und Michael Diers herausgegebene Monografie, die Warburgs Schaffen in Aufsätzen und einem kommentierten Werkverzeichnis vorstellt (536 Seiten mit 900 farbigen Abbildungen, gebunden, Hirmer Verlag, 68 Euro).

Mary Warburg: Lesende junge Frau am Waldrand, um 1902, Pastell, Hamburger Kunsthalle, Kupferstichkabinett Foto: Andrea Völker
13.02. - 12.06.2022

Mary Warburg: Auf Augenblicke frei und glücklich. Pastelle, Zeichnungen, Plastiken

Ernst Barlach Haus

Baron-Voght-Straße 50a (Jenischpark)
22609 Hamburg