Gertrud Goldschmidt (1912–1994), genannt Gego, zählt zu den bekanntesten Künstlerinnen Lateinamerikas. Sie studierte von 1932 bis 1938 Architektur an der Technischen Hochschule in Stuttgart, bevor sie 1939 aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln nach Venezuela emigrieren musste. Mitte der 1950er-Jahre begann sie dort als Künstlerin tätig zu werden.

Ihre Ausbildung blieb ständiger Bezugspunkt für ihre künstlerische Praxis, die sie kontinuierlich in verschiedenen Medien erweiterte – von technischen Skizzen über Zeichnungen, Radierungen und Drucke bis hin zu Objekten und raumgreifenden Installationen. Die Ausstellung verdeutlicht, dass Architektur und Kunst bei Gego keinen Gegensatz bilden, sondern vielmehr in ihrem Werk die Grenzen der Disziplinen fließend sind.

Im Jahr 2017 übergab die Fundación Gego, Caracas, dem Kunstmuseum Stuttgart 100 Werke der Künstlerin als Dauerleihgabe. Gemeinsam mit der Universität Stuttgart und der Wüstenrot Stiftung initiierte das Museum daraufhin ein dreijähriges Forschungsprojekt, aus dem nun die Ausstellung, eine internationale Konferenz und eine Publikation hervorgehen.