Kader Attia (*1970, FR) blickt auf mehr als zwei Jahrzehnte dekoloniales Engagement zurück. Als Künstler, Denker und Aktivist hat er sich insbesondere mit dem Begriff der Reparatur, zunächst von Objekten und körperlichen Verletzungen und schließlich von individuellen und gesellschaftlichen Traumata, beschäftigt. Die Reparatur hat sich dabei als eine Möglichkeit kulturellen Widerstands erwiesen, als eine Art der Handlungsmacht, die in unterschiedlichen Praktiken und Wissensformen Ausdruck findet. Als Kurator der 12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst macht Kader Attia diesen Ansatz zum Ausgangspunkt eines Programms, das Beitragende und Publikum in eine kritische Debatte involviert und in eine gemeinsame Suche nach Wegen, für das Jetzt Sorge zu tragen.

Mit Ausstellungen, Interventionen und Veranstaltungen bespielt die 12. Berlin Biennale mehrere Orte in der Stadt und erstreckt sich als diskursiver Raum über verschiedene Bereiche der Wissensproduktion. Vom 11. Juni bis zum 18. September 2022 entwickelt sich ein vielstimmiges Programm, in dem Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen zusammenkommen. Sie kartografieren die Welt mit ihren Brüchen und Widersprüchen, entwerfen Gegenerzählungen zum kolonialen Narrativ und gestalten gemeinsam neue Formen der Handlungsmacht für die Zukunft.

11.06. - 18.09.2022

12. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst

KW Institute for Contemporary Art

Auguststraße 69
10117 Berlin