Das Vorderasiatische Museum war das einzige Museum der Staatlichen Museen zu Berlin mit ausschließlichem Sitz in Ost-Berlin. Wie das „Kollektiv“ des Vorderasiatischen Museums in der DDR seine musealen Aufgaben in den Bereichen Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln wahrnahm, ist Gegenstand dieser Sonderpräsentation im Pergamonmuseum. Anlass ist das 30-jährige Jubiläum der Wiedervereinigung der Berliner Museen am 1. Januar 2022.

Am 1. Januar 2022 jährt sich die Wiedervereinigung der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) und der West-Berliner Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz (SMPK) zum 30. Mal. Aus diesem Anlass setzt sich das Vorderasiatische Museum mit seiner jüngeren Vergangenheit auseinander und fragt nach der Rolle des Museums und des Museumsverbunds in der DDR. Wie sah die Einbindung des Museums in die internationale Forschungscommunity aus? Welche Sonderausstellungen im In- und Ausland wurden erarbeitet, und wie gestaltete sich die Arbeit des Museumspädagogischen Dienstes? Als integraler Bestandteil der Berliner Stadtgeschichte werden auch Stimmen und Erinnerungen von damaligen Museumsbesucher*innen in die Ausstellung integriert.

Die Rolle der Museen in der Gesellschaft der DDR und in der historischpolitischen Bildung spielte in der Aufarbeitung der SED-Diktatur bisher nur eine Nebenrolle. Gerne wird im Ost-West-Vergleich auch nach 30 Jahren Wiedervereinigung noch das Bild von der „Mauer“ im Kopf bemüht. Gilt das auch für die beiden Museumslandschaften? Welche Standards in Restaurierung und Museumspädagogik gab es in Ost und West und was hat sich durchgesetzt? Am Beispiel des VAM soll gezeigt werden, wie das Museum bzw. seine Mitarbeitenden in der DDR agiert haben. Soviel sei verraten: Die Arbeit des Museums hatte keine Ähnlichkeit mit den von Spionage- und Stasi-Filmen geprägten Geschichtsbildern, und auch den internationalen Vergleich musste das Vorderasiatische Museum nicht scheuen: Es organisierte spektakuläre Veranstaltungen für Besucher*innen, die Forschung geschah auf Augenhöhe mit internationalen Kolleg*innen und seine Sonderausstellungen wurden im In- und Ausland gezeigt.

Die Sonderpräsentation nähert sich diesem spannenden und wenig beleuchteten Kapitel anhand von ausgewähltem Archivmaterial, Fotografien, Filmausschnitten und zahlreichen Originalobjekten.

„Nebukadnezar im Sozialismus. Das Vorderasiatische Museum in der DDR“ wird kuratiert von Christopher Hölzel, Volontär des Vorderasiatischen Museums, und ermöglicht durch den Förderverein Freunde der Antike auf der Museumsinsel Berlin e.V.


Öffnungszeiten:
Montag - Mittwoch: 10:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 - 20:00 Uhr
Freitag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: smb.museum