Für die Ausstellung im Kölnischen Kunstverein Gap Years vereint die in Berlin lebende Künstlerin und Filmemacherin ihren neuen Film Happy Birthday (2022) mit den ebenfalls neu entstandenen Fotografien Gap Years (2022) und Fotografien aus ihrer Serie Circle Navel Nil (2020) zu einer raumgreifenden Installation. 

Das Tempelhofer Feld, eine riesige Freifläche inmitten Berlins, ist der Schauplatz beider neu entstandener Arbeiten. Während der Pandemie ersetzte das Feld viele andere soziale Interaktionsräume. Als teilweise unregulierte, unkommerzielle Leerstelle Berlins spiegelten sich hier, räumlich kompromittiert, dystopische und utopische Aspekte der Corona-Jahre. Damit schreibt sich die ambivalente, sehr wechselhafte Geschichte des Felds fort: Es diente bereits im 19. Jh. als Vergnügungsstätte und Naherholungsgebiet, gleichzeitig aber auch als Parade- und Militärgelände; es war ein Flughafen, ein Massenversammlungsort während der NS-Zeit und Standort eines Konzentrationslagers, eines Lazaretts sowie des ersten Fußballtrainingsplatzes in Deutschland.

In Loretta Fahrenholz’ Film Happy Birthday läuft ein anonymer Protagonist an seinem Geburtstag über das Tempelhofer Feld, während digitale Videobotschaften an ihn gerichtet werden, bis irgendwann die Sonne untergeht. Die Fotoserie Gap Years portraitiert verschiedene Aktivitäten auf dem Feld. Fahrenholz rekurriert dabei auf den Stil von Gjon Mili. Der hauptsächlich in den USA in den 1940ern bis 1960ern tätige albanische Fotograf gilt als Pionier der Darstellung von Bewegung in der Fotografie und schuf unzählige Aufnahmen von Tanz-, Sport- und Theaterveranstaltungen. Fahrenholz nutzt in ihrer Serie die von Mili entwickelte Blitztechnik und zeigt Figuren, die verschwommen und vervielfältigt, mit Licht auf abstrakte Art gezeichnet, körperliche und psychische Zwischen-Bereiche umschreiben, die nie ganz zu fassen sind.

Loretta Fahrenholz lebt in Berlin. Zu ihren jüngsten Einzelausstellungen gehören „A Decade that Exploded”, n.b.k., Berlin (2021); „Circle Navel Nil”, Lumiar Cité, Lissabon (2021); „Small Habit Revolution”, mumok, Wien (2018); „Two A.M.”, Stedelijk Museum Amsterdam (2016); „Three Women”, Kunsthalle Zürich (2015) und „kbo-Isar-Amper-Clinic“, Midway Contemporary Art, Minneapolis (2015). Sie hat an zahlreichen Gruppenausstellungen teilgenommen, unter anderem im Deutschen Historischen Museum, Berlin; in der Fundación Banco Santander, Madrid; Kunsthalle BThe exhibition is accompanied by a text by Lars Bang Larsen (author and curator).ern; MoMA PS1, New York; KW Institute for Contemporary Art, Berlin; Hammer Museum, Los Angeles; Kunsthaus Hamburg und White Columns, New York.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: koelnischerkunstverein.de