Das Sein als Kind ist u.a. Resultat soziokultureller und politischer Konstellationen und Projektionen seitens der Gesellschaft auf das Kind, die von Erwachsenen gemacht und durchgesetzt werden. So löst der Begriff der Kindheit auch automatisch bestimmte Assoziationen aus. Exemplarisch dafür steht die idealistische Vorstellung einer „Ach so schönen Kindheit“ oder eine paradiesisch verklärte Jugendzeit. Ziel der Ausstellung ist jedoch nicht, diese Zuschreibungen zu illustrieren. Vielmehr präsentiert sie Sichtweisen und die sich daraus ergebenden stilistischen Eigenarten, indem sie sich den künstlerischen, konzeptionellen und soziokulturellen Konstruktionen von Kindheit widmet und vermeintliche Rollenmuster konstatiert, konterkariert, dekonstruiert oder entwirft.

Durch die historische Bandbreite der präsentierten Werke – von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik, NS-Zeit, DDR bis hin zum Heute – ergeben sich unterschiedliche thematische Zusammenhänge. Dabei spielt die Entstehungszeit im chronologischen Sinne jedoch eine untergeordnete Rolle, weshalb auch beispielhaft Arbeiten aus der Jetztzeit in einen Diskurs mit denen vom Beginn des 20. Jahrhunderts treten und so differenzierte Formulierungen ermöglichen, Die daraus entstehenden facettenreichen Projektionen und Interpretationen zum Thema Kindheit wirken über die Entstehungszeit der Arbeiten hinaus und tragen Allgemeingültigkeit in sich.

Beteiligte Künstler:innen: Ursula Arnold, Hans Baluschek, Annemirl Bauer, Tina Bauer Pezellen, Rudolf Bax, Christian Borchert, Manfred Butzmann, Pol Cassel, Conrad Felixmüller, Lutz Friedel, Günther Friedrich, Manfred Gabriel, Göran Gnaudschun, Gerhard Goßmann, Kerstin Grimm, Hans Grundig, Bernhard Heisig, Johannes Heisig, Thomas Kläber, Bernhard Kretzschmar, Käthe Kollwitz, Willy Kriegel, Heinz-Karl Kummer, Hans-Wulf Kunze, Wilhelm Lachnit, Walter Libuda, Carl Lohse, Werner Mahler, Gustav Alfred Müller, Hildegard Ochse, Jürgen Parche, Helga Paris, Wolfgang Petrovsky, Curt Querner, Wilhelm Rudolph, Rudolf Schäfer, Paetrick Schmidt, Heinz Schmöller, Wolfgang G. Schröter, Gundula Schulze Eldowy, Gerd Sonntag, Stephanie Steinkopf, Hildegard Stilijanow, Ines Thate-Keler, Frank Voigt, Karl Völker, Doris Ziegler, Heinrich Zille


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 11:00 - 19:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: blmk.de

Ursula Arnold, Brandvorwerkstraße, Leipzig, 1956, Silbergelatineabzug auf Barytpapier, Vintage Print, Foto: Andreas Kämper © Ursula Arnold Archiv der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig
02.04. - 12.06.2022

Kindheiten. Malerei, Fotografie und Grafik aus der Sammlung des BLMK

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst - Dieselkraftwerk

Uferstraße/Am Amtsteich 15
03046 Cottbus