Die Ausstellung pain/t/hing – ausser Haus zeigt sieben Positionen, die sich im fließenden Terrain zwischen Malerei, Skulptur, Objekt und Installation verorten lassen. Im künstlerischen Arbeitsprozess wird dabei direkt Hand an Material und Dinge gelegt, ebenso wie organische Eigenschaften oder physische Konditionen zu Autorinnen der Werke werden.

So entstehen überraschende Nutzungen, Defunktionalisierungen, Neukombinationen bekannter Gegenstände und Materialien des täglichen Gebrauchs. Diese verschmelzen oder kollidieren mit minimalistischen oder auch opulenten malerischen und skulpturalen Prozessen, die zärtliche, verschwiegene, zerstörerische, lapidare, skurrile Zusammenhänge freisetzen. Brachiale oder subtil ausgetüftelte Eingriffe stehen neben Konstellationen, in denen das Material selbst arbeitet.

Die zeitlich-physische Dynamik verlässt dabei die gewohnte Linearität: Behandlungen des Materials widmen ursprüngliche Zweckbestimmungen um, ein Werk entsteht während der gesamten Ausstellungsdauer, in ungewöhnlichen Kombinationen erscheinen absurde Konnotationen der Dinge wie auch surreale Imaginationen, und rotte Reste werden zu funktional unentbehrlichen Akteuren.

Das Unerwartete ist untrennbarer und befremdlicher Teil des Vertrauten – dieses Paradox findet sich in allen Positionen und Werken der Ausstellung. Damit eröffnet pain/t/hing – ausser Haus einen Aufenthaltsraum, der die Grenzen zwischen physischer Aussenwelt und psychischer Innenwelt verfließen lässt, der die menschliche Beziehung zu den Dingen und zur Umwelt befragt und dabei den Wert der Vergänglichkeit, Brüche, Fragilität und Veränderlichkeit in den Vordergrund stellt.

28.04. - 19.06.2022

pain/t/hing – ausser Haus

Haus am Lützowplatz (HaL)

Lützowplatz 9
10785 Berlin