Die Glyptothek freut sich, mit „Jenseits von Hellas. Santiago Calatrava in der Glyptothek“ die erste Ausstellung zu präsentieren, die ausschließlich dem skulpturalen und malerischen Werk des renommierten Architekten, Ingenieurs und Künstlers Santiago Calatrava gewidmet ist. Seine Arbeiten sind von der Dynamik antiker griechischer Meisterwerke inspiriert. „Jenseits von Hellas. Santiago Calatrava in der Glyptothek“ wurde in Zusammenarbeit mit dem Studio Santiago Calatrava organisiert und wird vom 21. Juni bis 23. Oktober 2022 zu sehen sein.

Die von Cristina Carrillo de Albornoz und Dr. Florian S. Knauß, Direktor der Glyptothek, kuratierte Ausstellung bietet einen außergewöhnlichen Dialog zwischen der ständigen Skulpturensammlung der Glyptothek und dem Werk von Santiago Calatrava. Die Ausstellung verfolgt Calatravas Werdegang als Bildhauer und verdeutlicht, wie er von der Antike und dem Erbe von „Hellas“ beeinflusst wurde. Als Hellas bezeichneten die alten Griechen ihre Heimat. Namensgeber war Hellen, der Gründervater aller griechischen Stämme.

Die Kuratorin Cristina Carrillo de Albornoz erklärt: „Diese Ausstellung vereint die wichtigsten Säulen im Werk von Santiago Calatrava: sein immerwährendes Interesse am menschlichen Körper, seine große Bewunderung für die Antike und das antike Griechenland, seine Arbeiten über dynamische Gleichgewichte und sein Streben nach Modernität durch Bewegung.“

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Santiago Calatravas neue Skulpturenserie „Die Aegineten“. Sie ist Endpunkt eines Projekts, das seit 30 Jahren entwickelt wird. Die Serie besteht aus 14 schmiedeeisernen, großformatigen Werken auf Sockeln aus alter Eiche. Die Skulpturen sind so gestaltet, dass sie wie moderne, fast abstrakte Variationen der antiken Krieger des Aphaia-Tempels in Aegina erscheinen. Sie greifen insbesondere den Geist der dynamischen, kreisförmigen Kompositionen der Schilde der antiken Krieger im Tempelgiebel auf, die mit modernem Vokabular aktualisiert wurden.

„Als ich vor den Kriegern des Aphaia-Tempels in der Glyptothek stand, wurde ich Zeuge einer unerwarteten Modernität, die über die Perfektion des Klassizismus hinausgeht“, so Santiago Calatrava. „Während meiner gesamten Laufbahn haben Geschichte und Kultur eine große Rolle in meinem Entwurfsprozess gespielt, was auch in den Aegineten sichtbar wird.“

Vor mehr als drei Jahrzehnten war Calatrava bei einem Besuch in den Staatlichen Antikensammlungen und der Glyptothek von diesen Marmorarbeiten aus dem spätarchaischen Tempel der Aphaia in Aegina begeistert. Diese dynamischen Skulpturen (Athena mit Gruppen von Kämpfern, gefallenen Kriegern und Waffen), die sich einst im Ost- und Westgiebel des Tempels befanden, zeigen Szenen aus den Epen der Trojanischen Kriege. Diese Begegnung veranlasste Calatrava dazu, in den letzten 30 Jahren ein kolossales Corpus von Hunderten von Zeichnungen und einzigartigen skulpturalen Werken zu schaffen, denen er den Titel „Aegineten“ gab.

Ergänzt wird diese neue Serie durch eine Auswahl von Leporellos, Aquarellen und Studien, die Calatravas Interesse am menschlichen Körper und an der Natur zeigen, was wiederum seinen Architekturstil seit jeher beeinflusst. Weitere großformatige skulpturale Werke in dieser Ausstellung sind Blatt-Skulpturen aus Stahl und Holz aus Calatravas organischer Periode und eine Auswahl aus seiner Kykladen-Marmorserie, inspiriert von den Skulpturen der gleichnamigen griechischen Inseln. Diese Werke stehen im Zusammenhang mit dem allgemeinen Thema der griechischen Klassik, einer Epoche, in der die Grundlagen der europäischen Kunst, Philosophie, Gesellschaft und Bildung gelegt wurden, und die auch heute noch für die Kultur Griechenlands von fundamentaler Bedeutung ist.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreich illustrierter Katalog mit den Arbeiten Calatravas im Hirmer Verlag. 


Über Santiago Calatrava
Santiago Calatrava wurde in der spanischen Stadt Valencia geboren. Er ist Architekt, Bauingenieur, Maler und Bildhauer. Nach seinem Studium des Bauingenieurwesens an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich eröffnete er ebenda 1981 sein erstes Büro. In Zürich unterhält er auch heute noch seinen Hauptsitz. Weitere Büros befinden sich in New York und Dubai. Zu seinen jüngsten Projekten gehören ein Bürogebäude am Bahnhof Stadelhofen in Zürich mit Parkplätzen für fast 1.000 Fahrräder, die Cosenza-Brücke in Italien, das World Trade Center Transportation Hub in New York, der rek