Timur Çelik, geboren 1960 in Gümüshane (Türkei), lebt und arbeitet in Berlin.

Çelik studierte Anfang der 1980er Jahre Malerei an der Marmara-Universität in Istanbul und nahm seitdem an Gruppenausstellungen unter anderem im Max Liebermann Haus, Berlin und dem Contemporary Art Center, Ankara teil und stellte Werke in zahlreichen Einzelausstellungen in Istanbul, Ankara und Berlin, nicht zuletzt im Künstlerhaus Bethanien vor.

Timur Çeliks kleinformatiges Bild „Komm nach Hause“entstand unmittelbar unter dem Eindruck des russischen Überfalls auf die Ukraine. Es zeigt einen ausgewachsenen Bären, der mit seinem Maul einen Schützen am rechten Oberarm gepackt hat und ihn mit einer Tatze vom Boden hebt. Der Schütze, nur mit einer Army-Hose und Stiefeln bekleidet, hält ein Präzisionsgewehr vor dem nackten Oberkörper. Unschwer ist er als der russische Präsident Wladimir Putin zu erkennen, so wie dieser sich mehrfach als drahtiger Macho und Naturfreund, reitend oder fischend, zu repräsentativen Zwecken hat fotografieren lassen.

Çeliks sibirischer Braunbär scheint einem russischen Märchen entsprungen zu sein und dominiert dieses hintersinnige Bild als Symbolfigur einer aufständigen Kraft, die, indem sie sich den Jäger schnappt und ins eigene Territorium zurückholt, einen macht- und russlandkritischen Impuls zu setzen scheint.