Zum 38. Mal findet die Förderpreisausstellung der Freunde der Kunstakademie Münster dieses Jahr statt. Zu sehen sind Arbeiten von Studierenden aus insgesamt 13 Klassen der Akademie: Rabia Caliska, Katrin Fischer, Theresa Heitfeld, Vivienne Ibach, Anna Ko, Helene Kuschnarew, Anna Lisei Math, Simon Mehling, Kenske Miyano, Samira und Erick Mora Sosa, Robin Neumann, Johanna Thoss und Jie Xu.

Die Förderpreisausstellung ist ein besonderes Ausstellungsformat, das keinen thematischen Vorgaben folgt. Vielmehr kann sie als eine Plattform gesehen werden, die es den Studierenden der Kunstakademie Münster ermöglicht, ihre Arbeiten in den Räumlichkeiten der Kunsthalle Münster einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Entsprechend der 13 Klassenmit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten sind in der Ausstellung Werke der Gattungen Malerei, Skulptur, Zeichnung, Installation und Video zu sehen.

Auch in diesem Jahr wird die Schau in enger inhaltlicher Zusammenarbeit zwischen dem Team der Kunsthalle Münster und den Studierenden der Kunstakademie realisiert. Das Konzept bietet Fachgespräche und Diskussionen mit den Studierenden zu ihren bisherigen Arbeiten und ihrer künstlerischen Praxis an. Ausgewählt wurden die teilnehmenden Künstler:innen von den Professor:innen der Kunstakademie.

Aus den künstlerischen Positionen hat die Jury – bestehend aus Ji Sue Byun (Kuratorin BLOOM, Düsseldorf), David Ostrowski (Künstler, Köln) und Marianne Wagner (Kuratorin LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster) – am 5. April 2022 Simon Mehling, Robin Neumann und Johanna Thoss mit dem Förderpreis der Freunde der Kunstakademie Münster ausgezeichnet. Die drei Preisträger:innen erhalten je ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro.

Die Jury zeichnet die Arbeit Wohntrichter von Simon Mehling aus. In Form eines spitzen Dreiecks aus Massivholz, Stahl und Pressspanplatten ragt eine Skulptur in den  Raum, die uns aufgrund ihrer einfachen Formsprache schnell an eine Schutzbehausung erinnert. Obwohl der Wohntrichter keineswegs für die Betrachtenden betretbar oder bewohnbar ist, zitiert er doch Aspekte des Schutzes: Ein Dach, ein Boden, eine Beleuchtung und damit ein Innenleben, das sich deutlich von einem Außen abgrenzt. An diesem Werk hat die Jury den Umgang mit Raum und Material überzeugt. In der Kunsthalle Münster, inmitten der Förderpreisausstellung, gibt diese Arbeit auf einer eher abstrakten Ebene einen Anstoß, über das Verhältnis von Außen und Innen nachzudenken. Mit Blick auf die Holzplatten findet hier nicht nur ein Wechsel von Material in einen neuen Kontext statt: Simon Mehling vollzieht mit den bemalten Oberflächen auch ein Transfer zwischen Skulptur und Malerei.

Robin Neumann arbeitet mit verschiedenen Medien, die sich durch Reproduktion per- petuieren. Der Künstler zeigt viel Potenzial und das möchte die Jury fördern. Das Werk generiert ein Innen und Außen, er spielt mit dem Raum und schafft eine körperliche Erfahrbarkeit. Fragen über die eigene Identität und seine Umwelt spielen eine große Rolle und bleiben noch offen zur Interpretation und weiteren Entwicklung.

Die Jury möchte die Arbeit Unicode auszeichnen. Johanna Thoss hat ihr Werk klar im Raum durchdacht und platziert, die Arbeit ist sowohl auf dem Boden wie auf der Wand installiert. Die Besucher:innen treten in das Werk hinein und werden inkludiert. Die Jury überzeugt die eigene Bildsprache in Form von Piktogrammen, die von der Künstlerin individuell kombiniert werden und dabei dennoch interkulturell zu verstehen sind. Außerdem ist der Umgang mit dem Material zu loben, welches sie nicht zuletzt aufgrund der Imitation der Holzoberfläche ganz unterschiedlich nutzt.


Öffnungszeiten: 
Dienstag - Sonntag: 12:00 - 18:00 Uhr 
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: kunsthallemuenster.de