Für Sara Nabil ist ihre Kunst eine Form des Protests, eine Kritik an patriarchalen Strukturen und ein wesentliches Mittel, um den gesellschaftlichen Wandel zu gestalten. In ihren Rauminstallationen und Fotografien verbindet die afghanische Künstlerin Themen wie Flucht, Traum und Identität und setzt sich für die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen ein.

Die künstlerische Arbeit gibt ihr die Stimme zurück, die ihr in ihrem Heimatland entzogen wurde. Mit ihrer Performance im Atrium der Kunsthalle reagiert sie auf die Folgen der erneuten Machtübernahme der Taliban, in deren fundamentalistischem Weltbild weiblich gelesene Identität durch Geschlechtertrennung sowie durch strenge Kleider- und Verhaltensvorschriften bis zur Unsichtbarkeit reglementiert ist. Nabils Kunstprotest zeigt nicht nur, wie der weibliche Körper mit all seinen Facetten zum Austragungsort politischer Ideologien, kultureller Konflikte und Machtkämpfe wird, sondern auch wie er Selbstbestimmung und Freiheit birgt.

Sara Nabil (*1994, Kabul) studierte Politikwissenschaften an der Karwan University in Kabul und seit 2016 Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Als politische Künstlerin von den Taliban verfolgt, sind ihre eigene Fluchterfahrung und die Rechte afghanischer Frauen und Mädchen zentrale Themen ihrer Arbeiten.

Im STUDIO präsentiert die Kunsthalle Mannheim aktuelle Positionen zeitgenössischer Kunst. Das STUDIO gewährt dem transdisziplinären Experiment seinen Freiraum. Hier sehen die Besucher*innen in Wechselausstellungen neue Werke von internationalen Kunstschaffenden mit überraschenden Themen und Fragestellungen.