Der Künstler Nicolas Party (* 1980 in Lausanne, Schweiz) hat ein Werk geschaffen, das die Malerei und ihre Geschichte bis ins kleinste Detail untersucht: Wie wird in einem Bild Licht erzeugt? Wie funktionieren Farben miteinander? Wie wirken verschiedene Pinselstriche? Es sind aber nicht nur Grundelemente der Malerei, die Nicolas Party interessieren, sondern auch ihre Rezeption. Der Künstler dehnt seine Malerei auf den gesamten Ausstellungsraum aus – und geht auch darüber hinaus: Leinwände werden ebenso bemalt wie Wände, Decken und Außenmauern. So demonstriert Party eindrücklich, welche Bedeutung die Umgebung sowie der architektonische und institutionelle Kontext für die Betrachtung von Bildern hat. In seinen Porträts und Landschaftsmalereien steht nicht das exakte Abbild im Vordergrund, sondern die Transformation durch Material, Farbe und Komposition. Es entstehen märchenhaft surreale Bilderwelten, die in einem Spannungsverhältnis zwischen Darstellung und Abstraktion, Beobachtung und Imagination stehen. Dafür hat der Künstler einen wiedererkennbaren Stil entwickelt, der sich durch strahlende Farben, Zweidimensionalität und grafische Elemente auszeichnet. Immer wieder übertritt er damit auch die Grenze zum Dekorativen und stellt die Konventionen der gegenständlichen Malerei in Frage.

Partys Bilder machen ihre kunsthistorischen Einflüsse sehr sichtbar – von mittelalterlicher Kunst bis hin zu den Malern des 19. und 20. Jahrhunderts wie Giorgio Morandi, Ferdinand Hodler oder René Magritte: „Wenn man sich dafür entscheidet, einen Apfel zu malen, tritt man in einen Dialog mit allen, die je einen Apfel gemalt haben, und das sind viele,“ äußert sich Party. Und so changieren seine Arbeiten zwischen den Zeiten, sind gleichermaßen nostalgisch wie futuristisch.

Nicolas Partys Werk wurde unter anderem mit Ausstellungen im M WOODS, Peking, China (2018); Magritte Museum, Brüssel, Belgien (2018), Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington DC, USA (2017); Hammer Museum, Los Angeles, USA (2016) und im Kunsthall Stavanger, Norwegen (2014) gewürdigt.

Die Ausstellung wird gefördert von der VHV Stiftung, NORD/LB Kulturstiftung und dem Förderkreis der Kestner Gesellschaft.