Die Ausstellung zeigt das thematische und stilistische Spektrum der Gemäldesammlungen des Kunstmuseums auf. Wie ein roter Faden zieht sich die künstlerische Auslotung des Lichts als Bildmotiv, als Bildeffekt und als Metapher durch den Raum. Zitate aus Philosophie und Literatur geben Denkanstöße und Richtungen vor, die Werke und Werkgruppen an den Wänden zu erkunden und zu befragen.

Liegt der Schwerpunkt der Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit seit der Gründung des Kunstmuseums 1989 auf den Medien Holzschnitt und Hochdruck, rückt diese Ausstellung erstmals die Gemälde wortwörtlich Ins Licht, die für gewöhnlich Rücken an Rücken sowie über- und untereinander im schützenden Dunkel des Museumsdepots hängen. Die Malereibestände der zwei Sammlungen des Kunstmuseums (Städtische Kunstsammlung und Sammlung konkrete Kunst) entstammen zum einen dem Schwerpunkt der städtischen Sammlungstätigkeit auf regionaler Kunst bereits vor der Museumsgründung, zum anderen der bislang weitestgehend unerforschten Schenkung des Gönninger Samenhändlers Ernst Ziegler im Jahr 1954 – und darüber hinaus einer umfangreichen Schenkung der Sammlung konkreter Kunst 2017, die eine Erweiterung des Kunstmuseums zur Folge hatte. Die Ausstellung führt diese disparaten Bestände erstmals zusammen und bedient sich dabei eines kuratorischen Zugangs, der nicht auf chronologische, stilistische oder streng thematische Kategorisierungen abzielt, sondern auf Anreize an den Sehsinn, auf Gemeinsamkeiten, Möglichkeiten zur spielerischen Erkundung der Gemälde und letztlich ästhetisches Vergnügen: Licht und Erkenntnis hängen eng zusammen.

Historische Entwicklungslinien in der Kunst lassen sich in der Ausstellung ebenso entdecken wie unerwartete Gleichzeitigkeiten. Malerei aus drei Jahrhunderten trifft aufeinander: Das Publikum wird auf alte Bekannte stoßen und viele Neuentdeckungen machen. Zahlreiche Gemälde werden erstmals im Kunstmuseum zu sehen sein, darunter einige Werke Dieter Mammels aus einer umfangreichen Schenkung des inzwischen verstorbenen Berliner Sammlers Eckhard Franz sowie ein Gemälde Eckart Hahns, das 2020 im Corona-Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg angekauft wurde. Auch einige Gemälde der Münchner Schule des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Ziegler sind erstmals ausgestellt. Weibliche regionale Positionen der Zwischenkriegszeit und Nachkriegskunst wie Alice Haarburger, Gude Schaal, Gudrun Irene Widmann oder Riccarda Gregor-Grieshaber, die eine intime Bildsprache mit den Tendenzen ihrer Zeit vereinen und allesamt einen eigenen Stil entwickelt haben, wurden durch die Ausstellungspraxis des 20. Jahrhunderts marginalisiert und kehren in der jüngsten Zeit ins verdiente Zentrum der Aufmerksamkeit zurück.

Die Ausstellung vereint Werke von Walter Ast, Bernard Aubertin, Gustave Courbet, Paul Uwe Dreyer, Riccarda Gregor-Grieshaber, Alice Haarburger, Eckart Hahn, Wilhelm Kehrer, Paul Wilhelm Keller-Reutlingen, Wilhelm Laage, Wilhelm Leibl, Franz von Lenbach, Vera Leutloff, Dieter Mammel, Erich Mansen, Mihály Munkácsy, Hermann Pleuer, Gude Schaal, Eduard Schleich d. J., Johann Sperl, Wilhelm Trübner, Winand Victor, Wolfgang von Websky und Gudrun Irene Widmann.


Öffnungszeiten:
Diens­tag, Mitt­woch, Frei­tag, Sams­tag: 11:00 - 17:00 Uhr
Don­ners­tag: 11:00 - 19:00 Uhr
Sonn­tag / Fei­er­tag: 11:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: kunstmuseum-reutlingen.de