Vom 30. Juli bis 7. November 2021 präsentiert das Museum Folkwang die Ausstellung „Im Krankenhaus: Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld, Elisabeth Neudörfl“. Die Arbeiten der drei Fotograf:innen über das Essener Alfried Krupp Krankenhaus treten in einen themenbezogenen Dialog mit historischen und zeitgenössischen Werken aus den Beständen der Fotografischen Sammlung. Interieurs, Portraits und Architekturaufnahmen treffen auf künstlerische wie dokumentarische Fotografien und vermitteln Aspekte, die das soziale und medizinisch-technische Gefüge Krankenhaus aus verschiedenen Perspektiven umkreisen. Dabei wird der Blick auch auf andere, funktionale Infrastrukturen und Räume ermöglicht.

Die Fotografien von Ludwig Kuffer, Andreas Langfeld und Elisabeth Neudörfl aus dem Alfried Krupp Krankenhaus mit Standorten in Essen-Rüttenscheid und Essen-Steele zeigen eine streng funktionale und hochtechnisierte Arbeitswelt, in deren Mittelpunkt der Mensch und seine Versorgung steht. Elisabeth Neudörfl dokumentiert in ihren schwarz-weiß gehaltenen Bildern die menschenleeren und reglementierten Gänge der Krankenhäuser, in denen sich jener Alltag abspielt, der in Andreas Langfelds farbigen Portraits nachvollzogen werden kann: Fotografien von Operationen, Planungsmeetings und alltäglichen Abläufen werden mit Portraitaufnahmen der Menschen vor Ort kombiniert. Über Ludwig Kuffers Detailstudien von technischen Gerätschaften oder alltäglichen Dingen konkretisiert sich eine Vorstellung der gebauten wie erlebten Realität, die zwischen optimierter Infrastruktur und hochentwickelter Technologie stattfindet. Elisabeth Neudörfl ist Professorin für Dokumentarfotografie an der Folkwang Universität der Künste, Andreas Langfeld und Ludwig Kuffer sind Absolventen der Hochschule.

Die ausgestellten Fotografien erschienen erstmals 2018 in einem Bildband, den die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens herausgab (Spector Books). Die drei Fotograf:innen waren eingeladen, die Themen Architektur, Infrastrukturen und Menschen innerhalb des Essener Krankenhauses an beiden Standorten künstlerisch und dokumentarisch festzuhalten. Bereits 1993 veröffentlichte die Krupp-Stiftung einen ähnlichen Fotobildband mit Aufnahmen des Essener Fotografen Timm Rautert, gestaltet von Otl Aicher. Diese Publikation wird ebenfalls im Rahmen der Ausstellung zu sehen sein.

Neben den Bildserien von Kuffer, Langfeld und Neudörfl präsentiert die Ausstellung unter anderen mit Karl Heinz Tobias‘ sozialkritischer Fotoserie „Frauen im Altenheim“ (1987) Aspekte der Pflege von Menschen in spezialisierten Institutionen, während in Günter Hildenhagens Arbeit „Freunde“ (1979) der Fokus auf die enge Verbindung zwischen zwei Männern in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung gerichtet wird. Susan Mogul zeigt in „Beauty Parlor“ (1973) einen Bereich der Dienstleistung, in dem es um kosmetische Behandlungen, individuelle Wünsche und eigens dafür eingerichtete Räumlichkeiten geht. Auch in einer frühen Arbeit von Candida Höfer, die 1981 eine Kuranlage in Baden-Baden fotografierte, steht die Genesung und Erholung des Körpers im Vordergrund.

Zu sehen sind rund 180 Arbeiten von Ellen Auerbach / Eliot Porter, Miriam Bäckström, Walter Ballhause, Lynne Cohen, Wiebke Elzel / Jana Müller, Lee Friedlander, Dan Graham, Ruth Hallensleben, Jürgen Heinemann, Günter Hildenhagen, Margret Hoppe, Candida Höfer, Sarah Jones, Steffen Junghans, Esko Männikkö, Susan Mogul, Stefan Moses, Erich Salomon, Ernst Scheidegger, Linn Schröder, Wilhelm Schürmann, Valery Shchekoldin, Henrik Spohler, Edward Steichen, Andreas Thein, Karl Heinz Tobias und Aufnahmen aus dem Girardet Archiv.