Exportporzellan aus Ostasien zählt zu den frühesten Erzeugnissen des globalen Kultur- und Güteraustauschs. Ab dem 14. Jahrhundert wurde in Jingdezhen massenhaft Porzellan nach dem Geschmack der Käufer in Übersee gefertigt. Es entwickelte sich rasch zum weltweiten Exportschlager. Als die Ming-Dynastie (1368 bis 1644) an die Macht kam, star-tete sie eine große diplomatische Initiative: Sie beschenkte die Herrscher Asiens und Ostafrikas mit Porzellan. Es handelte sich um eine Demonstration von Weltoffenheit, kunsthandwerklicher Überlegenheit und um eine Werbekampagne für die heimische Industrie. Weltweit wurde „China“ zum Synonym für Porzellan und beeinflusste lokale Künste und Keramiktraditionen. Ab dem 16. Jahrhundert beteiligten sich die Europäer am Asienhandel, verschifften Porzellan in millionenfacher Stückzahl in die Heimat, wo es Begeisterung auslöste und zum Statussymbol an den Fürstenhöfen und in den Patrizierhäusern avancierte. Das 18. Jahrhundert war das Goldene Zeitalter des ostasiatischen Porzellans. Die Wohlhabenden in Europa prunken mit Vasengarnituren und Geschirr für die neuen Modegetränke Tee, Kaffee und Schokolade. Porzellanmotive wie furchterregende Drachen, exotische Pflanzen, bärtige Gelehrte und edle Hofdamen lösen in der europäischen Kunst und Architektur des Barock eine Asienmode aus, die „Chinoiserie“.

Ab Donnerstag, 22. Oktober 2020, zeigt das Museum für Ostasiatische Kunst die Ausstellung „Handelsgut Global. Exportporzellan aus China und Japan“. Aus China wird vor allem blauweiße und farbige Exportware des 17. und 18. Jahrhunderts präsentiert. In der Japan-Galerie wird das klassische Exportporzellan aus Arita durch die modernisierte Pro-duktion der Meiji-Periode (1868 bis 1918) aus Kutani, Kyoto, Satsuma und Seto ergänzt. Zusätzlich sind archaische Ritualbronzen aus China sowie spätere Bronzen der Schen-kung Dieter und Christel Schürzeberg ausgestellt. Die Korea-Galerie präsentiert Kommoden, Truhen und Kästen der Joseon-Dynastie (1392 bis 1910).

Kuratoren-Führungen durch die Ausstellung werden am Freitag, 23. Oktober, am Freitag, 13. November, und am Freitag, 27. November 2020, jeweils um 14 Uhr angeboten. Anmeldung per E-Mail an mok@museenkoeln.de .
Direktorinnen-Führungen durch die Sammlungen gibt es am Freitag, 30. Oktober, am Freitag, 20. November, und am Freitag, 11. Dezember 2020, jeweils um 14 Uhr. Anmeldung per E-Mail an mok@museenkoeln.de. Weitere Führungen und museumspädagogische Angebote sind unter www.mok.koeln abrufbar.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 11:00 - 17:00 Uhr
Jeden ersten Donnerstag im Monat: 11:00 - 22:00 Uhr (ausgenommen Feiertags)
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: museum-fuer-ostasiatische-kunst.de