Schon zum 12. Mal verleiht der Verein der Kunstfreunde für Wilhelmshaven e. V. den Preis der NORDWESTKUNST – dieses Mal etwas später als geplant, denn auch diese zunächst für den Jahresbeginn 2021 geplante Ausstellung musste um mehrere Monate verschoben werden.

Malen, Zeichnen, Fotografieren, Filmen, Installieren, Schreiben, Performen, Gießen, Häkeln, Arrangieren – die Spannbreite künstlerischer Techniken ist auch in diesem Jahr beeindruckend. Die Ausstellung präsentiert die Werke der 25 nominierten Künstlerinnen und Künstler und gibt einen Einblick in die große Vielfalt des aktuellen Kunstschaffens der Region. Einzelne Arbeiten sind auch im Stadtraum präsent.

Um die begehrte Auszeichnung, die mit einem Preisgeld und einer Einzelausstellung im Folgejahr mit Katalog einhergeht, bewerben sich alle zwei Jahre zahlreiche Künstler*innen der Nordwestregion. Aus den nominierten Künstlerinnen und Künstlern wählt eine Jury, der dieses Jahr unter anderen Dr. Reinhard Spieler (Sprengel Museum Hannover) sowie Anna Jehle & Juliane Schickedanz (Kunsthalle Osnabrück) angehören, den/die Preisträger*in.

Der Preis der NORDWESTKUNST stand schon oft am Anfang beeindruckender künstlerischer Karrieren. So zieht Liza Dieckwisch, die Preisträgerin der letzten Ausgabe, im kommenden Jahr in die traditionsreiche Villa Massimo in Rom – die bedeutendste Institution zur Förderung deutscher Künstlerinnen und Künstler.

Mit Anna Bart, Helga Beisheim, Katja Blum, Lisa Lotti Brockmann, Eddie de Goër, Gruppe Stumpf, Muharrem Elburuz Fidan, Sara Förster, Kornelia Hoffmann, Lisa Hoffmann, Alexander Janz, Miriam Laage, Christian Retschlag, Simon Ringelhan, Anna Sasse, Elke Schweigart, Ul Seo, Hassan Sheidaei, Irene Strese, Philipp Valenta, Jet van Oosten, Daniela Wesenberg, Reiko Yamaguchi, Noriko Yamamoto.


Alexander Janz und Reiko Yamaguchi erhalten den Preis der NORDWESTKUNST 2021

Am 29.10. tagte eine Jury in der Kunsthalle Wilhelmshaven, der Dr. Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel Museums Hannover, Anna Jehle & Juliane Schickedanz, Direktorinnen der Kunsthalle Osnabrück, Christoph Goritz und Dirk Adena, Vorstand des Vereins der Kunstfreunde für Wilhelmshaven e. V. und Petra Stegmann, Leiterin der Kunsthalle Wilhelmshaven, angehörten. Sie wählten unter den Arbeiten der 25 für den Preis nominierten Künstler*innen den 1994 in Villingen-Schwenningen geborenen Alexander Janz, der sein Studium der bildenden Kunst 2019 an der HBK Braunschweig abschloss sowie die 1982 in Okayama geborene Reiko Yamaguchi, die ebenfalls Absolventin der HBK Braunschweig ist.

 

Die künstlerischen Arbeiten des in Hannover lebenden Alexander Janz und der Braunschweigerin Reiko Yamaguchi verbindet eine poetische Bildsprache, die über das Gesehene hinausweist.

 

Alexander Janz gestaltet durch minimalistische, kaum sichtbare Eingriffe eine Poesie im Raum: eine Pfütze, die nur in kurzen Momenten zu sehen ist, und sonst nur beim langsamen Abschreiten als Vertiefung im Pflaster spürbar wird. Wenn es regnet und sich die Pfütze füllt, ändert sie den Weg der Menschen, die unterwegs sind und bildet einen vergänglichen Spiegel, der Bäume, Sträucher, Häuser und den Himmel sichtbar werden lässt.

 

Die Künstlerin Reiko Yamaguchi erreicht mit einer Videoprojektion der umgebenden Natur auf eine Gardine vor dem Fenster eine Verbindung von Innen und Außen. Wirklichkeit und projizierte Wirklichkeit werden so zu ebenbürtigen Mitspielern im Gewebe der Wahrnehmungen. So wird die Gardine zur zarten Membran, die Projek­tion und tatsächliche Wahrnehmung verschmelzen lässt. Der Blick aus dem Raum wird von außen zu einem Einblick in den Raum, dessen diaphane Grenze eine Erinnerung an das lebendige Außen im Inneren zeigt.